Bischof Zak hat die Geschichte des Landes wesentlich mitgeschrieben

Unter großer Anteilnahme zahlreicher Gläubiger nahm die Diözese St. Pölten Abschied von ihrem langjährigen Bischof Dr. Franz Zak.
Sein Vorgänger als Bischof-Koadjutor in St. Pölten, Kardinal Dr. Franz König, feierte mit Bischöfen und Weihbischöfen aus allen Diözesen Österreichs das Requiem. Über 300 Priester aus der Diözese nahmen an der Trauerfeier teil. Die Verabschiedung und Einsegnung in der Bischofsgruft nahm Weihbischof Dr. Heinrich Fasching vor.

Gerecht - fromm - tapfer
Der Kardinal erinnerte in seinen einleitenden Worten "tief betroffen und innerlich bewegt", wie er selbst sagte, an den Wahlspruch Bischof Zaks: gerecht - fromm - tapfer. Bischof Zak sei rechtschaffen in seinem Amt, schlicht und echt in seiner Frömmigkeit und tapfer in seinem schweren Lebensweg gewesen, wies er hin.
Unter den Trauergästen Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, die Landeshauptmann-Stellvertreterinnen Heidemarie Onodi und Liese Prokop, die Altlandeshauptmänner Ludwig und Maurer sowie weitere Abgeordnete aus dem Bundestag, dem Nationalrat und dem Landtag. Auch Bischof Otcenasek aus Königgrätz und Weihbischof Josef Hrdlicka aus Omütz sowie Altbischof Dr. Franz Eder aus Passau waren anwesend.

Mitverantwortung der Laien war eine Selbstverständlichkeit
Weihbischof Dr. Heinrich Fasching würdigte in der Predigt (Predigt im Wortlaut) den Dienst des mit 35 Jahren am längsten regierenden Bischofs der Diözese, Dr. Franz Zak anhand seines Wahlspruches "juste, pie, fortiter - gerecht, fromm, tapfer". Zak habe seine Diözese gerecht geleitet und erwarb sich dadurch "das Vertrauen des Klerus, Zustimmung und Anhänglichkeit des gläubigen Volkes, Respekt und Ansehen in der Öffentlichkeit". Für ihn sei die vom Konzil betonte "Würde und Verantwortung der Laien" eine Selbstverständlichkeit gewesen, sagte Fasching.
Bischof Zak sei auch ein "frommer Mann, Priester und Bischof" gewesen, dessen größte Sorge der Priesternachwuchs und die Priester waren. In seinen 35 Jahren als Bischof konnte er 335 Priester weihen, wies der Weihbischof hin. "Selbst vom Geist des Konzils erfüllt, galt nach dem Konzil alle Sorge der Verwirklichung der Theologie und der Beschlüsse des zweiten Vatikanums", sagte er. Dem dritten Wort seines Wahlspruches - tapfer - sei Bischof Zak als "unermüdlicher, unerschrockener und wortgewaltiger Verkünder des Gotteswortes" gerecht geworden. Der Weihbischof erinnerte an die jährlichen Silvesterpredigten und an die Hirtenbriefe, in denen er "klare Position zu Entwicklungen und Zuständen in Kirche und Gesellschaft" bezog. Die Einheit der Kirche in Glaube und Liebe sowie das Stehen zum Papst seine für Zak "maßgebliche Merkmale seines bischöflichen Dienstes" gewesen.

Langjährige Freundschaft mit Bischof Otcenasek
Bewegende Worte für Bischof Zak fand Alterzbischof Karel Otcenasek, mit dem ihm seit dem Prager Frühling eine langjährige Freundschaft verband: "Er war der erste Bischof, er mich eingeladen hat zu einer Erholung in den österreichischen Alpen", was während des Prager Frühlings 1968 möglich gewesen sei. "Bischof Zak ist mir und der Diözese treu zur Seite gestanden auch während der sorgenvollen Zeit nach der Wende", wies Otcenasek auf die bis heute bestehenden engen Beziehungen zwischen St. Pölten und Königgrätz hin. (Nachruf im Wortlaut)

Förderung der Laienmitarbeit
Als besonderen Schwerpunkt in der Amtsführung des verstorbenen Bischofs bezeichnete der Präsident der Katholischen Aktion der Diözese, Roman Fröhlich, dass Zak stets versucht habe, "die Laien für die Mitarbeit in der Kirche zu motivieren". Dank sprach er aus "für die Umgestaltung der diözesanen Ortskirchen zu einem lebendigen Miteinander als Volk Gottes" sowie "für die Erhaltung der Einheit trotz Ermöglichung der Vielfalt". Zak habe gegenüber gegensätzlichen Ansichten große Toleranz gezeigt, sagte Fröhlich. (Nachruf im Wortlaut)

Bischof Zak war eine "Stütze, damit andere nicht stürzen"
Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll würdigte Bischof Zak als einen Mann, der die neuere Geschichte des Landes Niederösterreich wesentlich mitgeschrieben habe. Er habe, so Pröll, vielen Halt und Orientierung gegeben. Der Bischof sei in all den Jahren seines Wirkens "Stütze gewesen, damit andere nicht stürzen, eine Stimme, damit andere nicht verstummen, ein Wegweiser, damit andere nicht weg gewiesen werden und ein Zeuge, damit andere nicht verzagen". Bischof Zak habe feste Grundsätze gehabt ohne festgefahrene Dogmen, sein Dienst stand unter dem Heiligen Geist, ohne sich am modernen Zeitgeist zu orientieren. Pröll erinnerte abschließend an die Worte des verstorbenen Bischofs bei einer Predigt: "Das Ziel nicht vergessen, den Weg nicht verlassen und den Mut nicht verlieren". Dies sei jenes Vermächtnis, das auch für die Zukunft des Heimatlandes Bedeutung habe, betonte der Landeshauptmann.

Zuspruch und Fürsorge
Auch Militärbischof Mag. Christian Werner erinnerte an die Worte Bischof Zaks, die dieser als damaliger Militärvikar 1981 gesprochen habe: "Immer wieder gilt es von neuem die Anker zu lichten, die Ruder zu ergreifen, an die Arbeit zu gehen. Der Herr ruft zur Tat". Diese Worte drückten die Grundhaltung des Verstorbenen, einen "immer ermutigenden Zuspruch, seine große Fürsorge" aus. Das Bundesheer habe ihrem ehemaligen Militärbischof "für sein Vorbild in Gerechtigkeit, Frömmigkeit und Tapferkeit" zu danken. (Nachruf im Wortlaut)

Zum Requiem sang der Domchor die Messe in D von Antonin Dvorak sowie die Psalmen 43 und 55 von Felix Mendelssohn Batholdy. Beim Einzug der Fahnen des Bundesheeres und der Ehrenbezeugung zu Beginn der Trauerfeier sowie vor der Verabschiedung spielte die Militärmusik Niederösterreich.
Die Verabschiedung und Beisetzung in der Bischofsgruft unter dem Hochaltar des Domes nahm Weihbischof Dr. Heinrich Fasching in Beisein des Domkapitels vor.

Videodokumentation
Von der Trauerfeier ist eine Videodokumentation zum Preis von 15.- Euro plus Versandkosten erhältlich. (VHS-Format oder DVD+ und DVD-)
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