Bischof Küng: Müssen alles tun, um das JA zu Kindern zu fördern

Familienbischof Klaus Küng unterstützt die Petition der Aktion Leben für ein kinder- und familienfreundliches Österreich. Die aufgegriffenen Themen wären von zentraler Bedeutung, die Politik könne nicht genug tun, um das "Ja" zu Kindern zu fördern, sagte Bischof Küng und bekräftigte dies mit seiner Unterschrift für die Bürgerinitiative. Die Betreuung der Kinder, an erster Stelle durch die Eltern, und wo es notwendig wäre auch durch Einrichtung von Hilfseinrichtungen, wären entsprechend zu unterstützen. Kinder bräuchten Zuwendung und Begleitung. "Und da glaube ich, gibt es Handlungsbedarf", so der Bischof.

Angesprochen auf die geforderte Einrichtung eines staatlichen Hilfsfonds für Schwangere in Not, betonte der Bischof, es wäre nicht nur wichtig, die bisher geleistete staatliche Kofinanzierung für Beratungsstellen sicherzustellen, sondern darüber hinaus die entsprechenden finanziellen Mittel für ein Netz an Beratungsstellen für Schwangere in ganz Österreich zur Verfügung zu stellen. Diese Forderung habe er selbst immer wieder ausgesprochen, sagte der Bischof. Besonders im Bereich der pränatalen Diagnostik würden Frauen in ganz schwierigen Situationen allein gelassen - etwa wenn vom Arzt die Diagnose einer Behinderung, oder auch nur der Verdacht einer Behinderung geäußert werde.

In der Diözese St. Pölten gebe es eine Reihe von Einrichtungen für Schwangere und Familien in Not, so etwa das Haus der Frau der Caritas, einen diözesanen Familienfonds speziell für Jungfamilien, sowie die Beratungsstellen von Rat und Hilfe und der Aktion Leben.

Die in der Petition geforderte Intensivierung der Werbung für Schwangeren-Beratungsstellen begrüßte der Bischof: Von allen öffentlichen Stellen solle auf diese Möglichkeiten aufmerksam gemacht werden. Auch Ärzte sollten in ihren Gesprächen mit schwangeren Frauen auf die Angebote hinweisen. - "Jedes Gespräch, das geführt wird, auch ohne mahnenden Zeigefinger, sondern einfach im Sinne der Beratung über die Fragen des Lebens, bedeutet eine Chance für das Kind und auch eine Chance für die Frau", die dann oft allein bleibe "in ihrem Kummer, in ihrer Sorge, wenn dann tatsächlich das geschieht, was nicht geschehen soll", so der Familienbischof.

Auch die Gesetzesänderungen zum Schutz behinderter Kinder und zur Unterstützung der sorgepflichtigen Angehörigen befürwortete Bischof Küng. Ein Schadenersatz aufgrund eines unterlassenen Schwangerschaftsabbruchs müsse hinkünftig in jedem Fall ausgeschlossen werden, fordert die Aktion Leben. Bischof Küng: "Ich bin sehr froh über diese Petition der Aktion Leben, unterstütze sie vollinhaltlich. Ich glaube, da gibt es einen ganz dringenden Handlungsbedarf. Ich habe das gestern auch in einem Brief den Abgeordneten im Europaparlament unter vielen anderen Punkten gesagt: Sie sollten nicht eine Liberalisierung der Abtreibung betreiben, sondern zum Beispiel wirklich hier alles daran setzen, dass die rechtliche Grundlage dafür geschaffen wird, dass ein Kind niemals ein Schadensfall sein kann."
Bischof im Originalton

Unterschriftenlisten für die Bürgerinitiative der Aktion Leben können direkt im Büro der Aktion Leben der Diözese St. Pölten (Neugebäudeplatz 12, 3100 St. Pölten, Tel. 0664/3896484) angefordert, oder über die Homepage ausgedruckt werden.
Unterschriften werden bis 30. Juni 2008 entgegen genommen.