Bischof Küng kritisiert EU-Förderung für Zerstörung menschlicher Embryonen

Bischof Klaus Küng - in der österreichischen Bischofskonferenz für bioethische Fragen zuständig -zeigt sich entsetzt über die Abstimmungsergebnisse im Europäischen Parlament bezüglich der Finanzierungskriterien für die Forschung mit embryonalen Stammzellen. Obwohl er als ausgebildeter Mediziner wissenschaftliche Forschung gutheißt, gibt er zu bedenken, dass Experimente, die zur Zerstörung menschlicher Embryonen führen, moralisch bedenklich und nicht der Förderung würdig sind, noch dazu, wo diese Art der Forschung in Österreich selbst verboten ist.
Foto (c) Aktion LebenMit knapper Mehrheit (284 Ja- zu 249 Nein-Stimmen/ 32 Enthaltungen) hat sich das Parlament in Straßburg in erster Lesung dafür ausgesprochen, mit Fördergeldern der EU nicht nur die Forschung von adulten, sondern auch mit embryonalen humanen Stammzellen zu unterstützen.

Einen Abänderungsantrag, wonach Forschungstätigkeiten nicht finanziert werden dürften, die Embryonen und embryonale Stammzellen zu Forschungszwecken erzeugen und nutzen hat das Parlament mit 287 Nein- zu 238 Ja-Stimmen (40 Enthaltungen) abgelehnt.

Küng: "Menschliches Leben
nicht zu Labormaterial instrumentalisieren!"

"Jedes menschliche Leben beginnt mit der Empfängnis, bedarf besonderen Schutzes und darf niemals zu Labormaterial instrumentalisiert werden. Solche Experimente widersprechen der Würde des Menschen und deshalb hat die EU die moralische Verpflichtung, sich der Förderung solcher Forschung, die in mehreren Mitgliedsstaaten sogar verboten ist, zu enthalten", so Bischof Küng in einer Stellungnahme.

Bischof Küng begrüßt das Abstimmungsverhalten der österreichischen Abgeordneten, die sich mit knapper Mehrheit gegen die Förderung der Forschung an embryonalen Stammzellen ausgesprochen haben, und bittet die Politiker Österreichs, sich weiterhin gegen solche zweifelhaften Experimente einzusetzen.

Gemeinsam mit der COMECE, der Konferenz der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft, appelliert Bischof Küng an den Ministerrat und an die Europäische Kommission, die Entscheidung des Europäischen Parlaments nicht in die Tat umzusetzen.

"Forschung mit adulten Stammzellen
Priorität einräumen!"

Österreichs Regierungsvertreter mögen sich im Europäischen Rat dafür einsetzen, jenen Forschungsaktivitäten Priorität einzuräumen, die moralisch nicht so umstritten sind. So wäre die Forschung an adulten Stammzellen ein vielversprechender Weg, neue Therapien für Kranke und leidende Menschen zu entwickeln.

Bericht von der Plenartagung des Europäischen Parlaments