Bischof Küng: Keine Patente auf menschliche Stammzellen!

In einem Brief an die Große Beschwerdekammer des Europäischen Patentamtes in München hat Bischof DDr. Klaus Küng die zuständige Stelle eindringlich ersucht, in ihrer Entscheidung klarzustellen, dass auf menschliche Embryonen und Keimzellen sowie auf die daraus gewonnenen Stammzellen keine Patente erteilt werden können. Nach Informationen habe das Europäische Patentamt in den nächsten Wochen über eine Patentanmeldung auf Stammzellen zu entscheiden, die zu kommerziellen Zwecken aus menschlichen Embryonen entnommen werden sollen.

Dies verstoße gegen "elementare und grundlegende ethische Normen allgemeiner Gültigkeit", weist Bischof Küng hin. Ebenso stehe dies auch in Widerspruch zum Patentierungs- und Verwertungsverbot menschlichen Lebens, menschlicher Keimzellen und Embryonen, führt der Bischof in seinem Schreiben aus.

Es sei "von größter Bedeutung", diesbezüglich klare Grenzen zu ziehen, betont Bischof Küng, der in der Österreichischen Bischofskonferenz für bioethische Fragen zuständig ist. Weder Forschungsinteressen noch wirtschaftliche Vorteile dürften über die Würde des menschlichen Lebens gestellt werden, sonst würde man Gefahr laufen, in Haltungen zurückzufallen, die man längst überwunden glaubte.

Brief im Wortlaut