Bischof Küng in der Silvesterpredigt: Wieder das Wesentliche suchen!

"Wir wollen Gott für alles, was wir in dem zu Ende gehenden Jahr empfangen haben, danken und ihn um Segen bitten für das kommende Jahr", erklärte Bischof DDr. Klaus Küng in seiner diesjährigen Silvesteransprache im Dom zu St. Pölten.

Predigt im WortlautDer Bischof bezeichnete das abgelaufene Jahr als ein "ereignisreiches", aber "im Wesentlichen friedliches Jahr". Er erinnerte, dass ein neuer Dompfarrer ernannt wurde, weiters an die Wallfahrten der Ministranten und Mesner nach Rom und an die Entscheidung, dass die Diözese an der Pädagogischen Hochschule Krems weiterhin Lehrer ausbilden werde, obwohl derzeit die Kinderzahl abnehme. In diesem Zusammenhang rief er auf, die Familien zu ermutigen, zu mehr Kindern ja zu sagen. Weiters verwies der Bischof auf die Eröffnung des Konservatoriums für Kirchenmusik und an die "beachtliche Anzahl von jungen Leuten", die sich an der Fußwallfahrt für die Anliegen der Berufungspastoral beteiligt haben. Vor allem setze er große Hoffnungen auf den neuen Weihbischof, unterstrich der Bischof in seiner Predigt.

Bischof Küng verwies auch auf die "großen Herausforderungen", die im kommenden Jahr auf die Diözese zukommen. Er nannte dabei den Besuch des Heiligen Vaters in Mariazell, von dem er sich für alle einen kräftigen Impuls erhoffe, ihr Christsein zu erneuern. "Das Gute in den Herzen der Menschen soll geweckt und gefördert werden", sagte er. Dabei sei auch notwendig, dass sich das Volk Gottes "in dieser materialistisch geprägten, vom Wohlstand verweichlichten Gesellschaft" erhebe und zu einem konsequent christlichen Leben aufrufe.
Dieser Impuls, der vom Besuch des Papstes ausgehe, soll auch den Pfarrgemeinderäten zu Gute kommen, die im März neu gewählt werden, sagte der Bischof. "Wir müssen Wege finden, um in der heutigen Zeit das Samenkorn des Evangeliums in die Herzen der Menschen zu säen". Der Bischof wies aber auch hin, dass manche seelsorglichen Methoden, die lange Zeit "sehr fruchtbar und effizient" waren, an vielen Orten nicht mehr greifen.

Nachdrücklich rief er die Menschen auf, aufzuwachen, wenn sie nicht Gefahr laufen wollen, "alles Mögliche zu erwerben, aber das Wichtigste zu verlieren". Es gelte, so Bischof Küng, das Wesentliche wieder in den Blick zu nehmen. Christen haben zwar die erforderlichen Heilmittel, "die stark machen, auch wenn wir schwach werden. Sie müssen nur wieder neu belebt und geprägt werden". Dabei sei vor allem das Sakrament der Versöhnung eine große Hilfe.
Als großen Wunsch für das Neue Jahr nannte Bischof Küng, dass sich an vielen Orten Menschen wieder regelmäßig zum Gebet treffen und dass daraus neue Initiativen für die Jugend, die Familien und für solche Menschen entstehen, "die eine große Unruhe nach mehr im Herzen verspüren".