Bischof Küng: "Brauchen Allianz für die Familie"

"Kinder brauchen ihre Eltern, und zwar die eigenen. Diese sind durch niemanden, auch nicht durch hoch spezialisierte Einrichtungen gleichwertig ersetzbar." - Das betonte der Familienbischof in der österreichischen Bischofskonferenz, DDr. Klaus Küng einen Tag vor Beginn der Familienkonferenz zum Thema "Demographische Herausforderungen - Familie braucht Partnerschaft", die im Rahmen der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft von 2.-4. Februar 2006 in der Wiener Hofburg stattfindet. Die Christen und jene, die die Zusammenhänge begreifen, wären - über die Unterschiede von Konfessionen und nationale Grenzen hinweg - aufgefordert, eine Allianz für die Familie zu bilden. Es gehe darum, gesellschaftspolitisch durchzusetzen, dass von den Staaten - auf der Grundlage der Ehe zwischen einem Mann und einer Frau - die Familien, das Ja zum Kind und - an Stelle einer Berufsausübung - das Bestreben, sich der Erziehung zu widmen, gezielt gefördert werden, sagte Bischof Küng. An die Teilnehmer der Tagung richtete er die Bitte, "mutig für die Familie einzutreten".

Der Bischof betonte die "Wichtigkeit für die Entwicklung des Kindes, in der Geborgenheit einer Familie aufzuwachsen", worauf man angesichts der EU-Beratungen über die neue Rolle der Väter, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Schaffung von Kinderkrippen und Ganztagsschulen nicht vergessen dürfe.

Liebevolle Zuwendung der Eltern unersetzlich

Für die Kinder von Alleinerzieherinnen wäre wohl eine gewisse Anzahl von Kinderkrippen und Ganztagsschulen erforderlich, sagte Küng. Der Bischof stellte jedoch in Abrede, dass "dies immer die beste Lösung" wäre. Keine noch so fachlich hervorragend betreute Erziehungseinrichtung sei im Stande, die liebevolle Zuwendung der Eltern zu ersetzen.

"Ist die Berufstätigkeit einer Frau, eines Mannes, wirklich das non plus ultra für die Gesellschaft und für die Frau, für den Mann selbst?", sagte der Familienbischof und stellte die Frage, ob die liebevolle Erziehung und Begleitung der Kinder für eine gesunde Entwicklung der Gesellschaft nicht wichtiger wären.

"Wert von Familie
öffentlich anerkennen und honorieren!"

"Ohne Zweifel werden sich nicht wenige Paare dazu entscheiden, eine größere Anzahl von Kindern zu haben, wenn Wert und Schönheit von Familie, Erziehung und Zuwendung zu den Angehörigen nicht nur entdeckt, sondern auch öffentlich anerkannt und entsprechend honoriert werden", sagte Küng.

Bischof Küng: Familien stärken!
aktuelles Interview in den Niederösterreichischen Nachrichten