Bischof Klaus Küng setzt weitere pastorale Maßnahmen

Als nächsten Schritt des Neubeginns in der Diözese St. Pölten hat Diözesanbischof DDr. Klaus Küng die Propstei Eisgarn im oberen Waldviertel ruhend gestellt. Propst Ulrich Küchl wird in dieser Zeit von seinen pfarrlichen Verpflichtungen beurlaubt und soll sich einer "geistlichen Zeit" widmen. Prälat Ulrich Küchl, Propst des Stiftes Eisgarn und vormaliger Regens des Priesterseminars St. Pölten, wird im ersten Halbjahr 2005 eine "geistliche Zeit" wahrnehmen. Die Propstei wird in dieser Zeit provisorisch der Bischöflichen Finanzkammer unterstellt.
Diese Entscheidungen betreffen nicht die Frage von Schuld und Unschuld, sagt Bischof DDr. Klaus Küng, sondern sind "unter dem Blickwinkel des Gemeinwohles und des Wohles dieser Personen, der Gewährung einer Besinnungszeit und eines glaubwürdigen Neubeginns" zu sehen.
Subregens Dr. Wolfgang Rothe werde ebenso eine "geistliche Zeit" wahrnehmen und sich dann der Seelsorge widmen, sagt Bischof Küng in einer Pressemeitteilung. Er werde weiters von seiner Lehrtätigkeit an der Hochschule beurlaubt und von seinen Ämtern in der Diözese entbunden.
Die Gläubigen bittet der Bischof um das begleitende Gebet, damit auch im Priesterseminar St. Pölten das Studienjahr im kommenden Herbst durch eine "gute Hausvorstehung" als "glaubwürdiger Neubeginn" wahrgenommen und begeleitet werden kann.

Pressemitteilung im Wortlaut:

Nach dem Ende der Apostolischen Visitation und der Besitzergreifung der Diözese St. Pölten werden folgende pastorale Maßnahmen betreffend das Kollegiatskapitel in Eisgarn und die vor einigen Monaten in weltweite Schlagzeilen geratenen Priester Prälat Ulrich Küchl und Dr. Wolfgang F. Rothe bekanntgegeben:
1. Die von mir getroffenen Entscheidungen betreffen nicht die Feststellung von Schuld oder Unschuld der in die (eine Apostolische Visitation bewirkenden) Vorkommnisse verwickelten Personen, sondern sind unter dem Blickwinkel des Gemeinwohles und des Wohles dieser Personen, der Gewährung einer Besinnungszeit und eines glaubwürdigen Neubeginns zu bewerten.
2. Die Propstei Eisgarn wird in ihren Ämtern und in ihrer geistlichen Priestergemeinschaft im Jahre 2005 ruhend gestellt. Dabei werden die finanziellen Verpflichtungen durch provisorische Unterstellung unter die Bischöfliche Finanzkammer weitergeführt und das Jahr zur Überprüfung eines Sanierungsplanes genützt. Ab 2006 ist an eine Wiederaufnahme gedacht, wobei die Statuten ebenso einer Überprüfung zugeführt werden und konkrete bischöfliche Weisungen berücksichtigt werden müssen.
3. Der Propst des Kollegiatskapitels von Eisgarn, Prälat Ulrich Küchl, wird im ersten Halbjahr 2005 eine geistliche Zeit wahrnehmen und somit von seinen pfarrlichen Verpflichtungen rechtmäßig beurlaubt sein.
4. Der ehemalige Subregens des Priesterseminars, Dr. Wolfgang F. Rothe, wird im Jahr 2005 zunächst eine geistliche Zeit wahrnehmen und dann sich der Seelsorge widmen. Er wird in dieser Zeit von seiner Lehrtätigkeit an der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Pölten beurlaubt, von seinen Ämtern als Bischöflicher Sekretär, Diözesanreferent für rechtliche Fragen, Ehebandverteidiger am Kirchengericht und Kanonikus in Eisgarn ist er nunmehr rechtskräftig entbunden worden.
5. Ich bitte die Gläubigen der Diözese herzlich um Ihr Gebet, damit durch Auswahl einer guten Hausvorstehung des Priesterseminars St. Pölten das Studienjahr 2005/2006 als glaubwürdiger Neubeginn wahrgenommen und von vielen begleitet werden kann.