Bischof Klaus Küng bei Chrisammesse: "Priester haben Verantwortung, die Menschen zu Christus zu bringen"

In echter Dienstgesinnung an Christus und auch den Menschen gegenüber das Evangelium verkünden - das wäre die ganz besondere Verantwortung der Diakone, der Priester und des Bischofs. - Das sagte Diözesanbischof Klaus Küng in seiner Predigt zur Chrisammesse am Mittwochabend. Im Zentrum dieses Gottesdienstes in der Karwoche stehen die Weihe der Heiligen Öle für Taufe, Firmung, Krankensalbung und Priesterweihe und die Erneuerung des Treueversprechens der Diözesanpriester. Bischof Klaus Küng bezeichnete die Chrisammesse als "wichtige Stunde für die ganze Diözese, ganz besonders für die Diakone, Priester und für den Bischof." Nicht nur die Weihe der Öle wäre für die Einheit grundlegend, sondern auch die Treue jener, die als Hirten dazu berufen und dazu bestimmt wären, in einer besonderen Weise Diener des Hohepriesters Jesu Christi und des Gottesvolkes zu sein.


"Gesalbt zur Teilhabe an Christi Priester-, Propheten- und Königsamt"


Der Bischof wies darauf hin, dass die geweihten Öle, in Zusammenhang mit dem Leiden und Sterben und mit der Auferstehung des Herrn stehen: Sie stehen mit Christus in enger Beziehung. Sie sind vom sakramentalen Zeichen her darauf ausgerichtet, die Verbundenheit mit ihm und seinem Geist auszudrücken und zu bewirken. Wir können an ihm Anteil erlangen und so sind wir alle schon bei der Taufe das erste Mal gesalbt worden, um deutlich zu machen: Du bist verbunden mit dem, der Christus heißt - Christos, das heißt ja übersetzt "der Gesalbte" - damit du teilhast an seinem Priester-, Propheten- und Königsamt, das er gebracht hat.


Der Spendung der Sakramente kommt eine ganz hervorragende, besondere, zentrale Bedeutung zu, weil durch sie die Früchte der Erlösung vermittelt werden, ja Christus selber geschenkt wird, betonte der Bischof.


"Besondere Verantwortung, das Licht anzuzünden"


Durch Handauflegung und Salbung hätten Diakone, Priester und Bischof nicht nur eine besondere Vollmacht empfangen, sondern auch eine ganz besondere Verantwortung: Es gehe darum, die Menschen zu Christus zu bringen, das Licht anzuzünden, den Menschen beizustehen, in echter Dienstgesinnung an Christus und auch den Menschen gegenüber. Es gelte das Evangelium ungekürzt zu verkünden, "so dass man es verstehen kann".


"Nur die Wahrheit ist es, die frei macht!", so der Bischof. Das Evangelium solle den Menschen verkündet werden, mit dem Wunsch, ihnen wirklich "Christus, Hirte, zu sein, der gute Hirte, der oft den Menschen Horizonte öffnet, sodass sie wissen, wohin sie unterwegs sind - der manchmal die Menschen warnt und sagt, man kann auch in die Irre gehen - der befreit durch die Spendung der Sakramente, dadurch, dass er in persona Christi tätig ist."


"Im Namen Jesu verkünden, anleiten und helfen"


Der Hl. Vater habe in einem Brief aus dem Krankenhaus schön aufgezeigt, dass der Priester nicht nur im Augenblick der Wandlung, oder bei der Spendung des Bußsakramentes, in der Ichform spreche "Das ist mein Leib und das ist mein Blut", sondern dass er auch im Namen Jesu verkünden, anleiten und helfen solle. - Auch wenn er selber der Hilfe, der Gnade und oft auch der Vergebung bedürfe: "Wir alle sind auch Schafe, wenn wir Hirt sind. Wir bleiben Schafe, die des Hirten bedürfen", so der Bischof.