Bischof DDr. Klaus Küng: positive Ansätze der Perspektivengruppe

Insgesamt positiv sieht Bischof DDr. Klaus Küng die Ergebnisse der Perspektivengruppe der ÖVP, die kürzlich vorgelegt wurden. Besonders erfreulich sei es, dass viele wichtige Fragen wie Familie und Kinder, Lebensschutz und Hospizdienst aufgegriffen und zum Teil sehr intensiv und grundlegend behandelt wurden. So wurde von der Perspektivengruppe die besonders Stellung der Familie für die Gesellschaft nachhaltig unterstrichen und ihr hoher Stellenwert im Leben der Menschen betont. Familie sei das "zuverlässigste Netz, wenn Menschen Menschen brauchen" heißt es im Grundlagenpapier. Sie sei "der erste und elementarste Ort für das Erleben von Liebe, Solidarität und Angenommensein". Dies müsse nun auch verstärkt, so Bischof Küng, in den politischen Entscheidungen mit bedacht und berücksichtigt werden, damit es auch für die Menschen erfahrbar wird.

Äußerst positiv sieht Bischof Küng das klare Bekenntnis der Perspektivengruppe zum Schutz des Lebens, vor allem des ungeborenen Lebens. Darin werde die derzeit gängige Abtreibungspraxis direkt hinterfragt und das Fehlen ausreichender Begleitmaßnahmen offen angesprochen, weist der Bischof hin und erinnert daran, dass die bereits vor 35 Jahren versprochenen "flankierenden Maßnahmen" noch immer nicht umgesetzt seien. Ebenso klar und unmissverständlich hat sich die Perspektivengruppe zur Würde des Menschen bis zu seinem Tod ausgesprochen und eine Legalisierung der Sterbehilfe in jeglicher Form strikt abgelehnt. Dieses klare Nein zur Euthanasie sei zugleich ein positives Bekenntnis zum Hospizdienst.

Als besonders erfreulich bezeichnet Bischof Klaus Küng, dass die Kinder in diesem Papier als "Gewinn" und Bereicherung im Leben der Eltern wie der gesamten Gesellschaft bezeichnet werden. Die Gruppe spricht sich auch dafür aus, dass es künftig "wieder mehr Familien gibt und dass es wieder mehr Kinder in den Familien gibt". Dies sei aber nur dann zu erreichen, wenn ideell wie finanziell die entsprechenden Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden, weist Bischof Küng hin. Die Perspektivengruppe hat sich dafür auch deutlich für ein steuerliches Familiensplitting ausgesprochen, bei dem die Mehrkindfamilien in besonderer Weise gefördert werden. Beim Familiensplitting wird die Anzahl der Kinder mit einer bestimmten Gewichtung in die Berechnung der Steuer mit einbezogen, was eine finanzielle Erleichterung für Mehrkindfamilien bedeutet.

Für nicht akzeptabel hält der Bischof die rechtliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften, denn eine solche Anerkennung bewirkt eine beinahe Gleichstellung mit der Ehe, auch wenn noch so sehr betont wird, dass dies nicht der Fall sei.