Bischof DDr. Klaus Küng bei Kinderwallfahrt in Dross

Die Botschaft von Fatima sei heute genau so aktuell wie damals im Jahr 1917, unterstrich Bischof DDr. Klaus Küng bei der zweiten Kinderwallfahrt am 19. Februar in der Wallfahrtskirche Dross bei Krems. Zahlreiche Gläubige, unter ihnen viele Kinder, waren an diesem sonnigen und milden Sonntagnachmittag zur Kinderwallfahrt nach Dross gekommen, zu der vor allem Erstkommunionkinder und deren Eltern eingeladen waren. Unter ihnen die Nazarethgruppen aus Maria Dreieichen und aus Langau, die auch die musikalische Gestaltung der Messe übernommen hat sowie eine Pfadfindergruppe aus Maria Langegg.
"Ich hoffe, dass wir die Botschaft von Fatima, die Maria den Kindern gesagt hat, hören und wahrnehmen und dadurch eine Neuordnung nicht nur bei uns, sondern in der ganzen Gesellschaft anbrechen wird", sagte der Bischof am Beginn der Messe.
Vor der Kirche war Bischof Klaus Küng von den Pilgern sowie Bürgermeister DI Andreas Neuwirth, Provisor Mag. P. Jan Schikora und weiteren Priestern aus der Diözese begrüßt worden. Nach dem Einzug in die Kirche informierten zwei Kinder über die vor sechs Jahren selig gesprochenen Seherkinder Jacinta und Francisco Marko. Vor der Messe beteten die anwesenden Pilger noch ein Gesetzchen des Rosenkranzes. Denn es sei gerade das Rosenkranzgebet gewesen, das die Muttergottes den Kindern damals ans Herz gelegt hatte.

Sorge um die ganze Menschheit

In der Predigt erinnerte Bischof Küng dann an den Auftrag, den die Muttergottes den Kindern von Fatima gegeben hatte: zu beten, zu opfern und das Leben auf Gott hin auszurichten. Heute würden die Menschen Gott oft vergessen und damit das Wesentliche aus den Augen verlieren, bedauerte er. Maria habe hingegen in ihrer Botschaft die Kinder zum Gebet, vor allem zum Gebet des Rosenkranzes aufgerufen. Sie habe auch zum Opfer aufgefordert, was die Seherkinder sehr ernst genommen haben, wie der Bischof unterstrich.
Opfer bringen sei auch heute wichtig, wies der Bischof hin. Wer nicht lerne sich selbst zu überwinden, werde nie reif werden, sagte er. Das Opfer habe im Leben des Menschen eine ganz große Bedeutung, wie auch das Kreuz wesentlich zu Christus gehöre.
Eine weitere Botschaft von Fatima sei, das Leben dem unbefleckten Herzen Mariens zu weihen. Dies bedeute, so Bischof Küng, zu erkennen, was Gott von uns erwarte. Dies betreffe vor allem den Alltag und die Lebensweise. Es bedeute auch, sein Leben auf ein Ziel hin auszurichten, denn jeder Mensch habe ein Ziel, das von Gott her gegeben sei. Mit der Botschaft von Fatima sei auch die Sorge um die ganze Menschheit verknüpft, betonte Bischof Küng am Schluss seiner Predigt.
Bei der Gabenbereitung brachten die Kinder Brot, Wein und Wasser zum Altar, aber auch die Bibel und eine Tafel Schokolade als Zeichen des Verzichtes und Opfers.
An Ende der Messfeier forderte der Bischof die Kinder und Jugendlichen auf: "Geht aus euch heraus und auf andere Menschen zu. Wagt es auch, ein mutiges Wort zu sagen, damit andere Menschen den Weg finden".

Aufsatzwettbewerb

Im Vorfeld dieser zweiten Kinderwallfahrt in die Fatimapfarre Dross waren die Kinder zu einem Aufsatzwettbewerb unter dem Thema "Wie sind uns die Seherkinder ein Vorbild" aufgerufen. 79 Aufsätze aus vielen Orten der Diözese, von der zweiten Volksschulklasse bis zu den oberen Gymnasialklassen wurden an die Pfarre Dross gesandt. Der Obmann des Vereins Fatima-Apostolat-Pilgerreisen, Diakon HR Prof. Konrad Panstingl, las einige dieser Aufsätze bei der anschließenden Agape im nahe gelegenen Turnsaal der Volksschule vor.
Für Lukas Rab aus der zweiten Klasse Gymnasium in Gmünd sind die Seherkinder durch ihre Schlichtheit und Einfachheit beeindruckend. Karin Peham aus der Volksschule Euratsfeld hat durch die Hirtenkinder gelernt, dass "Verzichten auch Freude machen kann", etwa Computerspielen oder Fernsehen. Bernadette Prock von Rosenburg schreibt: "Bei Francisco erinnere ich mich an meinen kleinen Bruder Julian, der auch an mich denkt, wenn ich traurig oder krank bin und mit mir die Süßigkeiten teilt". Für sie waren Jacintha und Francisco glücklich, "weil sie andere glücklich machen konnten".
Andrea aus der zweiten Volksschulklasse in Kleinpöchlarn, die noch zwei Geschwister hat, erklärt in ihrem Aufsatz: "Nach einem Gebet sind wir ruhiger und vertragen uns besser und dadurch sind wir alle glücklicher". Für sie sind die seligen Francisco und Jacintha "Schützer und Fürsprecher". Und Raffaela vom Sonntagberg meint, man soll "nicht nur auf sich selbst schauen, sondern für die ganze Menschheit beten und Opfer bringen".
Alle Teilnehmer an diesem Aufsatzwettbewerb werden in den nächsten Tagen als Dank das Büchlein "Die seligen Francisco und Jacinta" mit einem Brief des Bischofs bekommen.