Bischof besucht Betriebsseelsorge Herzogenburg

"Wir dürfen nicht nur darauf schauen, dass die Betriebsseelsorge weiter besteht, sondern müssen auch alles daransetzen, dass sie wachsen kann". So Bischof DDr. Klaus Küng bei seinem Besuch in der Betriebsseelsorge Herzogenburg und bei einem Treffen mit den Betriebsräten verschiedener Firmen des Unteren Traisentales in der Werkskantine der Fa. Georg Fischer in Herzogenburg. Betriebsseelsorger Mag. Josef Gaupmann ist seit 1974 in der Betriebsseelsorge Unteres Traisental tätig und hat mit September zu seiner Basisgemeinde Herzogenburg auch die Pfarre St. Pölten Viehofen als Moderator übernommen.

Beim Gebetsgottesdienst im Betriebsseelsorgezentrum Herzogenburg sprachen die Mitglieder der Basisgemeinde ihre Sorgen, aber auch Wünsche und Hoffnungen in der Gegenwart, aber auch für die Zukunft an. In elf Arbeitskreisen, von der Mutter-Kind-Runde bis zur Selbstbesteuerungsgruppe, die unter anderem Straßenkinder in Kenia unterstützt, bemühen sie sich um eine lebendige Kirche. Nach diesem Gottesdienst informierten sie Bischof Küng über ihre Arbeit im Betriebszentrum, aber auch in den Betrieben. Manche erzählten, dass sie den Weg zur Kirche und zum Glauben nur über die Mitarbeiter der Betriebspastoral gefunden hätten. Noch immer gebe es eine Art "Schwellenangst" gegenüber der Kirche. "Hier haben wir eine Gemeinschaft entdeckt, die in unseren Nöten zu uns steht und uns Heimat gibt". Eine andere Frau meinte, "ohne Betriebsseelsorge hätte ich kaum den Weg zum Glauben gefunden".
Bischof Küng zeigte sich interessiert über die Arbeit der Betriebsseelsorge, aber auch für die Anliegen der Basisgemeinde und unterstrich die Wichtigkeit und Bedeutung der kategorialen Seelsorge für die Kirche. Für ihre jahrzehntelange Mitarbeit in der Betriebsseelsorge konnte Bischof DDr. Klaus Küng drei Mitarbeiterinnen das Ehrenzeichen des heiligen Hippolyt überreichen: Rosina Wagner, Theresia Janisch und Helga Liedlbauer.

Beim anschließenden Treffen in der Firma Georg Fischer in Herzogenburg mit Betriebsräten einzelner Firmen, dem Betriebsleiter Christian Aichinger der Fa. Georg Fischer, sowie Bürgermeister Anton Rupp, und Komm. Rat Harald Lutz von den Benda-Lutz-Werken wurde die "großartige Arbeit" der Betriebsseelsorge unterstrichen, die immer wieder den Kontakt zu Arbeitern wie Unternehmern hält und bei Bedarf auch zwischen diesen vermittelt. Die Belastungen für die Mitarbeiter seien in den Betrieben härter geworden, sagten sie einhellig. Gerade in diesen Spannungsfeldern seien die Mitarbeiter der Betriebsseelsorge eine Stütze die zuhören, Hilfe geben und auch versuchend, regulierend einzugreifen.
Der Bischof dankte für das Wohlwollen, das die Leitungen der Betriebe gegenüber der Betriebsseelsorge zeigen, aber auch Josef Gaupmann für seinen engagierten Einsatz. Er versicherte alles zu tun, damit die Betriebsseelsorge auch weiterhin wachsen könne. "Wir müssen alles tun, damit die Betriebsseelsorge weiter geht, müssen aber auch fragen, was notwendig ist."

Die Basisgemeinde der Betriebspastoral Unteres Traisental besteht seit 1974. Sie ist ein "Dienst der Kirche für die Menschen im Berufsleben", wie Betriebsseelsorger Mag. Josef Gaupmann erklärt. In den vergangenen dreißig Jahren ist das Seelsorgezentrum Heimat vieler Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer geworden. Heute treffen sie sich regelmäßig in elf Gruppen, von Bibelkreisen bis zu Frauenrunden, von Freizeitsport bis zur Selbstbesteuerungsgruppe. Es sind vor allem Arbeiter und Betriebräte aus Herzogenburg und der näheren Umgebung, von Radlberg bis Traismauer und von Sitzenberg-Reidling bis Oberwölbling.
Im Mittelpunkt der Treffen im Betriebsseelsorgezentrum stehen immer die Gottesdienste zu verschiedenen Anlässen, aber auch Gesprächs- und Diskussionsrunden zu Themen, die die Arbeitnehmer betreffen. Darüber hinaus gibt es weitere Unternehmungen wie Familienwanderungen, ein jährliches Startfest oder die Klausurtage, die die Kontakte und Freundschaften untereinander stützen und beleben.