"Bischöfe sind mit den Christen des Heiligen Landes solidarisch"

Die österreichischen Bischöfe wollen mit ihrer Pilgerfahrt vor allem auch ihre Solidarität mit den Christen im Heiligen Land ausdrücken. Dies betonte Kardinal Christoph Schönborn am Montagabend in der galiläischen Kleinstadt Rama.

Die arabische Ortschaft mit 7.000 Einwohnern ist durch zwei Dinge berühmt: Sie produziert die besten Oliven des Nahen Ostens (manche der Ölbäume gehen auf römische Zeit zurück) und sie hat eine in Relation zur Einwohnerzahl ungewöhnlich hohe Akademikerquote: Aus Rama gingen Bischöfe, Ärzte, Anwälte, Wissenschaftler, Dichter in großer Zahl hervor. Von den 7.000 Einwohnern sind mehr als die Hälfte Christen(die der römisch-katholischen, griechisch-katholischen, griechisch-orthodoxen oder der evangelischen Kirche angehören), die anderen Muslime und Drusen.

Beim Besuch der österreichischen Bischöfe waren Repräsentanten aller Bevölkerungsgruppen anwesend. Namens aller begrüßte der neugeweihte griechisch-orthodoxe Diakon die Mitglieder der Österreichischen Bischofskonferenz. Er sagte, dass die Leute von Rama wie eine Familie zusammenstehen: "Wir respektieren einander und wir akzeptieren unsere Verschiedenheit". Ausdruck des Miteinanders sei auch, dass der Kirchenchor aus Christen aller Konfessionen besteht.

"Es geht uns Bischöfen um die Hinwendung zu den 'Wurzeln des Christentums'", sagte Kardinal Schönborn: "Unsere geistlichen Wurzeln sind in diesem Land; die hiesigen Christen sind die lebendigen Zeugen des Glaubens". Die christliche Welt dürfe die Christen des Heiligen Landes nicht vergessen, die "schwierige Zeiten durchzustehen hatten". Christus sei am Kreuz gestorben, um die Menschen zu vereinen, nicht um sie zu trennen. Das Miteinander der Christen verschiedener Konfession in einem Ort wie Rama sei dafür ein schönes Zeugnis. Im Hinblick auf die Gesamtsituation des Heiligen Landes betonte der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz: "Der Hass muss durch die Liebe überwunden werden". An die Christen von Rama gewandt, die die österreichischen Bischöfe mit herzlicher orientalischer Gastfreundschaft empfangen hatten, sagte Kardinal Schönborn: "Wir werden euch nie vergessen".

Die Christen in Europa könnten vor allem zwei Dinge für die Christen im Heiligen Land tun, sagte Weihbischof Giacinto Bulos Marcuzzo, der Generalvikar des lateinischen Patriarchen von Jerusalem in Rama: "Kommt als Pilger zu uns und helft uns, Schulen zu bauen". Die katholischen Schulen hätten im Heiligen Land eine außerordentliche Bedeutung; auch Muslime und Drusen kämen zum Patriarchen, um ihn um die Eröffnung einer Schule zu bitten.

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