Bilderkatechismus und Altarensemble aus Birkenrinde

Indianer - Ureinwohner Nordamerikas. Mit diesem Thema beschäftigt sich die diesjährige Ausstellung auf der Schallaburg und zeigt indianisches Leben und ihre Kultur abseits der weithin bekannten Karl May-Romantik. Ein Kapitel der Ausstellung ist der Mission und Missionierung der indigenen Bevölkerung gewidmet. Besondere Ausstellungsstücke sind ein Altarensemble aus der ersten katholischen Kirche in Cross Village und ein Bilderkatechismus aus 1880. In der Kultur des indianischen Christentums vereinigten sich traditionelle Formen mit neuen Inhalten und spiegelten die Verschmelzungen gängiger Glaubensvorstellungen mit christlichen Lehren wider.
In den Kirchen Ottwas und in christlichen Haushalten zählten etwa Weihwasserbehälter, wie sie im 19 jahrhundert üblich waren, zum Standardinventar. Bei der Ausstellung zu sehen sind Weihwasserbehälter aus Birkenrinde, verziert mit Stachelschweinborsten, aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Auch die Zeichnung einer Rindenkirche von Joseph Shomin, 1805 gibt Zeugnis christlicher Kultur, die sich an den lokalen Bauformen orientierte. In der damaligen Missionierung war der Bau von Kirchen stets ein vorrangiges Anliegen.

Altarensemble
Eine Besonderheit ist das Altarensemble aus verzierter Birkenrinde mit Kerzenleuchter. Dieser Altar stand in der ersten katholischen Kirche von Cross Village und stellt ein einzigartiges Beispiel für die Verschmelzung lokaler Kunst mit christlichen Inhalten dar.

Bilderkatechismus
Ein besonderes Ausstellungsstück ist der Bilderkatechismus des Oblatenpriesters Albert Lacombe von 1880. Dieser Bilderzyklus war in der Missionsarbeit ein beliebtes Hilfsmittel, um die Heilslehre in anschaulicher Weise zu erklären, denn die Unkenntnis von Schrift und weitere Sprachbarrieren behinderten die Kommunikation. Altes und Neues Testament wurden so den Menschen nahe gebracht.
Auf diesem Katechismus wird der Weg der Menschheit von der Schöpfung über die alt- und neutestamentliche Geschichte bis hin zum Jüngsten Gericht dargestellt. Dem "Weg der Guten" steht auf der anderen Seite der länglichen Tafel der "Weg des Bösen" gegenüber, der im Höllenfeuer endet.

Alles in Allem:
Eine gelungene Ausstellung, die mit dem Indianer-Klischee Karl Mays aufräumt und die herbe Realität der Kultur, des Lebens und des heutigen Überlebenskampfes der indigenen Völker in den Vordergrund rückt.

Näheres zur Ausstellung auf der Schallaburg
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