Bibelkatechesen helfen das Leben bewältigen

Einen Einblick in seine Pfarre Itinga im Nordosten Brasiliens gab der H. Mag. Bernhard Schelpe bei seinem Besuch in St. Pölten. Im Gespräch mit dem Direktor des Pastoralamtes Msgr. Wilfried Kreuth sprach er über seine Arbeit in der Mission. Seit Jahren wirkt H. Bernhard aus dem Waldviertler Prämonstratenserstift Geras mit zwei weiteren Patres, drei Diakonen und einer größeren Zahl von Novizen im Nordosten Brasiliens, direkt am Atlantik. Die Pfarre Itinga hat etwa 100.000 Einwohnern und 22 Gemeinden. An die 100 Katechisten, etwa 80 davon in der Kinder- und Jugendkatechese, sind eine wertvolle und unverzichtbare Hilfe, schildert H. Bernhard.
Das Bildungsniveau ist sehr niedrig, bedauert Schelpe. Die Schulen vermitteln kaum brauchbares Wissen. "Im Bildungsbereich liegt eine unserer Anstrengungen", erläutert er. Auch die sozialen Probleme seien gewaltig. Die Menschen finden kaum Arbeit, sie lungern vor ihren Hütten und Baracken herum. Die Jugend blickt mit wenig Hoffnung in die Zukunft; Kinder werden früh kriminell, leben vom Diebstahl und fallen leicht in die Drogenszene ab. "In vielen Ansätzen versuchen wir, diese Situation zu durchbrechen", weist H. Bernhard hin. Für etwa 100 Jugendliche werden immer wieder Kurse angeboten, die ihnen eine Hilfe für den Berufseinstieg sind. So bieten die Ordensmänner für Mädchen Ausbildungskurse zu Friseusen und Näherinnen an. "Wir versuchen auch politisch zu wirken, damit die Menschen Selbstverantwortung übernehmen und ihre Zukunft selbst gestalten lernen".


In Brasilien bilden Glaube und Leben eine tiefe Einheit, erklärt H. Bernhard Schelpe. Sätze und Zitate aus der Bibel regen die Menschen an, die Worte Jesu im eigenen Leben umzusetzen. Sie wollen ihren Glauben feiern und in der Praxis leben - nicht nur an einer Stunde am Sonntag. "Doch Wiesen und Bildung sind niedrig". Kartechesen in den Gemeinden helfen, das Leben zu bewältigen und Hoffnung zu schöpfen.


In acht Ortschaften verteilen die Prämonstratenser Suppe an die Ärmsten. Etwa 1.500 Menschen, meist Kinder, erhalten dadurch eine warme Mahlzeit. Zweimal wöchentlich wird dafür auf den Märkten der Stadt Gemüse gesammelt. Eine eigene Küche in der Pfarre stellt mit Hilfe ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen eine nahrhafte Mischung aus Mehl, Gewürzen und weiteren Beigaben her, die an unterernährte Kinder bedürftiger Familien verteilt wird.