Herbstwanderung
Erntedankkorb
 
 

"Bestärkt durch die Kraft des Heiligen Geistes"

Bei den Firmgottesdiensten am Vortag des Pfingstfestes haben Bischof DDr. Klaus Küng und Weihbischof Dr. Anton Leichtfried im Dom zu St. Pölten zahlreiche Buben und Mädchen gefirmt.
Insgesamt erhalten heuer in der Diözese St. Pölten etwa 5.500 Kandidatinnen und Kandidaten die Firmung. In der Diözese St. Pölten erhalten Buben und Mädchen ab dem 12. Lebensjahr nach eingehender Vorbereitung in den Pfarren die Firmung. Über 700 Firmhelferinnen und Firmhelfer haben die Buben und Mädchen darauf vorbereitet.

Lernen, den Anruf Gottes zu hören

Die Firmung bestärke, was in der Taufe bereits grundgelegt ist, wies Bischof Klaus Küng in der vormittägigen Firmungsmesse hin. "Ihr habt den Wunsch, durch die Kraft des heiligen Geistes bestärkt zu werden", sprach er die Firmlinge an. "Jeder Getaufte und Gefirmte soll mithelfen, damit das Reich Gottes Gestalt annimmt".
Die Gefirmten müssen aber auch lernen, sich vom Heiligen Geist führen und leiten zu lassen, sagte der Bischof. Denn die Gaben des Geistes wirken nicht automatisch wie ein Medikament, das einfach nur eingenommen wird. Vielmehr hänge es von jedem einzelnen ab, sich immer wieder für Gott zu entscheiden und Verlangen nach dem Heiligen Geist zu haben, sagte er.
Der Bischof verglich die Verbindung mit dem Heiligen Geist mit der Funktion eines Handys: auch dieses müsse einschaltet sein und der Benutzer müsse abheben, um den Anruf entgegen zu nehmen. "Wir müssen aber auch lernen, die Sprache Gottes zu verstehen", sagte der Bischof.
Er rief die jugendlichen Firmlinge auf, Jesus immer wieder auch im Gottesdienst zu begegnen, denn "wer Jesus nicht begegnet, verliert ihn auch leicht aus dem Sinn". Nur wer ihn sucht, gelangt auch in seine Nähe.

"Feuer und Flamme" sein

Auf das Bild des heiligen Geistes als "Feuer und Flamme" ging Weihbischof Dr. Anton Leichtfried bei der Firmungsmesse am Nachmittag ein. Feuer sei wichtig und hilfreich für den Menschen; es könne durh seine Kraft aber auch zerstörerisch sein. So soll sich jeder fragen: "wofür bin ich entflammt und woraus nährt sich mein Feuer", rief er die Jugendlichen auf.
Ein Zeichen des Gefirmten sei es, Entscheidungen als Christen selbst zu treffen, sagte der Weihbischof. Die betreffe die kleinen täglichen Entscheidungen "von morgens bis abends" ebenso wie die großen Entscheidungen im Leben. Der Weihbischof riet den Firmkandidaten, in ihrem Tagesablauf sogenannte "Standardsituationen" einzuüben, damit sie im konkreten Leben auch gelingen.
Wie bei einem Fußballspiel können Standardsituationen ein ganzes Match entscheiden, wies der Wehbischof hin. Noch in der letzten Minute oder in der Nachspielzeit hätten große Fußballteams durch einen Freistoß oder einen Eckball noch ein Spiel "umgedreht und gewonnen". "Auch wir müssen solche Standardsituationen einüben, um das eigene Spiel des Lebens in den Griff zu bekommen", sagte er. Solche "Standardsituationen" gebe es etwa am Morgen beim Aufstehen oder an Ende des Tages sagte er. Sei es in der Schule und am Arbeitsplatz. Dort gelte es auch, sich als Christ zu zeigen.
Eine "besondere Elfmeter-Chance" sei die Gestaltung des Sonntags mit der Heiligen Messe wies Leichtfried hin und rief die Firmlinge auf, diese "Chancen für das Spiel des Lebens" nicht ungenützt verstreichen zu lassen.