Benediktineroblaten im Stift Altenburg

Bei der Feier des Benediktsfestes Anfang April im Stift Altenburg, das gemeinsam mit dem neuen Abt Michael Karl Prohazka OPräm und dem Konvent des Stiftes Geras in der Stiftskirche zelebriert wurde, kündigte der Altenburger Abt Christian Haidinger an, in Zukunft in Altenburg ein Benediktineroblateninstitut einzurichten. Die Regel des Heiligen Benedikt ist nicht nur für Mönche und Nonnen geschrieben, sondern auch für Christinnen und Christen, die sich in bewusster Bindung an ein bestimmtes Kloster von der Weisheit des Hl. Benedikt leiten und prägen lassen wollen. Als wichtigste Voraussetzung eines Oblaten wird erwartet, dass er "wahrhaft Gott sucht" und sich vor allem im Gebet mit der Gemeinschaft des Klosters verbindet und diese in ihren pastoralen Aufgaben unterstützt. Durch Einkehrtage und Exerzitien wird die Beziehung zur Gemeinschaft während des Alltagslebens gestärkt.
Erster Oblatenrektor in Altenburg ist Abt Christian, der die Kanditatinnen und Kandidaten auf ihrem Weg und die einjährige "Probezeit" begleitet, bevor der Oblate bei einer liturgischen Feier verspricht, "unter der Führung des Evangeliums" seinen Weg zu Gott gehen zu wollen.

Oblate sein heißt Hingebung
Oblate ist eine Person, die am Klosterleben von Benediktinern teilhaben wollen, ohne dass sie Mitglied des Konvents werden. Sie können sich als Benediktineroblate an das entsprechende Kloster binden. Der Begriff Oblate stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Hingegebener oder Aufgeopferter. Ursprünglich wurden Kinder von Ihren Eltern als Oblaten dargebracht, damit sie später Benediktiner oder Benediktinerinnen würden (siehe Benediktsregel 59). Heute entscheidet sich ein getaufter und gefirmter Christ bewusst und in eigener Verantwortung dafür, im Geiste der Benediktsregel zu leben, um religiöse Erfüllung zu finden.
Benediktineroblaten können von ihrem Kloster geistige und geistliche Anregung erwarten, sie leben aber nicht als Ordensleute. Sie sollen vielmehr bewusste Glaubenszeugnisse in der Gesellschaft ablegen und dabei spirituelle Impulse der Benediktsregel in die Welt hinausgetragen. Wer sich zum oder zur Benediktineroblaten berufen fühlt, kann Kontakt mit dem Kloster oder dem Oblatenrektor des Klosters aufnehmen. Nach der Aufnahme beginnt in der Regel eine Probezeit, während dieser sich die Benediktineroblaten mit der Benediktsregel und der benediktinischen Spiritualität vertraut machen. Danach findet die Oblation statt, in der der oder die Benediktineroblate die Profess ablegt.

Für konkrete Anfragen steht Abt Christian zur Verfügung: 02982/3451-19