Begegnung brachte Bewegung ins Dekanat

Mit einem Festgottesdienst mit Bischof DDr. Klaus Küng und Abt Prl. Mag. Martin Felhofer sowie einem Jugendtag im Stift Geras und einem musikalisch-literarischen Abend in Japons sind die Begegnungstage im Dekanat Geras zu Ende gegangen. Die Veranstalter ziehen positive Bilanz. Eine Woche lang haben die pastoralen Einrichtungen der Diözese, Pastoralamt, Katholische Aktion und Bildungswerk gemeinsam mit den Pfarren des Dekanates über 30 Veranstaltungen und Aktionen durchgeführt. Die Palette reichte von einem "Pendlerfühstück" in den Bahnhöfen Göpfritz, Irnfritz und Hötzelsdorf am Montagmorgen über Familienmessen, Informationsabende, Vorträge über Kirche, Glaube, Kirchenbeitrag bis hin zur zwanglosen Begegnung mit Senioren, Männern und Frauen.

Bischof ruft zur Zusammenarbeit über Pfarrgrenzen hinweg auf

Bei der Begegnung des Bischofs mit Pfarrgemeinderäten konnten diese auf die triste Lage in der nördlichen Grenzregion hinweisen und auch auf die schwierige Situation manch kleiner Pfarren, die von steter Abwanderung bedroht seien. "Die Zusammenarbeit über Pfarrgrenzen hinweg ist in dieser Situation ein Gebot der Stunde", antwortete der Bischof und versuchte, den Anwesenden Mut zu machen. Die Frage, wie die Pfarren künftig strukturiert werden sollen, müsse letztlich auch vor Ort diskutiert werden, erklärte er. Welcher Weg in der Diözese entwickelt werde, sei noch offen. Die strukturellen Fragen seien aber nicht vorrangig, gab der Bischof zu verstehen. Dringlich sei es vielmehr, den Glauben lebendig zu halten, etwa durch eine gute Jugend- und Familienarbeit.

Neuer Mut gegen Resignation und Lethargie

Der Bischof rief die anwesenden Pfarrgemeinderäte auf, sich nicht mit der Resignation abzufinden, sondern "mitzudenken, mitzuplanen und in der Pfarre aktiv zu werden". Um etwas zu ändern, brauche man auch Geduld.

Dechant Mag. Andreas Brandtner konnte abschließend eine positive Bilanz der Begegnungstage ziehen. Durch sie sei Bewegung in viele Pfarren gekommen. Es sei gelungen, vielen wieder Mut zu machen und eine positive Grundstimmung zu erzeugen. Waren auch manche Veranstaltungen schütter besucht, so haben andere Hoffnung gezeigt. In einigen Pfarren werden monatliche Familienmessen "als Frucht dieser Woche bleiben", im Stift selbst voraussichtlich eine monatliche Jugendvesper oder ein Jugendgottesdienst.

Präsident Fröhlich: "Viele gute Ideen und großes Engagement"

Auch KA-Präsident Fröhlich zeigte sich positiv überrascht. Vor allem haben ihn die neuen und guten Ideen sowie deren Umsetzung beeindruckt, etwa das Engagement beim "Pendlerfrühstück", die "Tour de Geras" von Jugendlichen mit dem Rad, die durch die Pfarren geradelt sind um mit den Einwohnern in Kontakt zu kommen oder auch der Seniorentag. Die abschließende Messe wurde von einem Dekanatschor aus 15 Pfarren und dem Bläserensemble der Grenzladkapelle Hardegg musikalisch gestaltet. Vor der Kirche spielte zum Empfang des Bischofs die Langauer Jugend-Blasmusikkapelle.

In der Predigt hat der Bischof auf die innere Bedeutung der Begegnungstage hingewiesen. "Aus dieser Woche muss etwas hervorgehen, das zur Begegnung mit Gott führt". Jeder müsse sich persönlich und in der Gemeinde auf einen Suchvorgang einlassen, der zu Christus führt. Christen müssen "aufwachen und Schritte setzen, um jene Pastoral zu entfalten, die für die heutige Zeit nötig ist", sagte er.

Ein anschließender "Markt der Möglichkeiten" im Kreuzgang des Stiftes Geras stellte die pastoralen Angebote und Hilfen der Diözesanen Einrichtungen für die pfarrliche Arbeit vor, während die Geraser Pfarren zur Agape mit Brot, Fruchtsaft und Wein einluden.