Autofasten: "Beitrag, selbst etwas zu verändern"

"Wir dürfen nicht immer nur fordern, sondern müssen selbst kleine Schritte dazu beitragen, um etwas zu verändern", sagte Diözesanbischof DDr. Klaus Küng bei einem Pressegespräch zum Abschluss der Aktion "Autofasten" am 3. Mai im Landhaus in St. Pölten. Neben der "Notwendigkeit, durch Entschleunigung zu Besinnung zu kommen" werde der aktive Umweltschutz angesichts der zunehmenden Wetterkapriolen immer wichtiger, betonte Küng.

Die Aktion "Autofasten - Heilsam in Bewegung kommen" ist eine ökumenische Initiative der Diözese St. Pölten gemeinsam mit der Erzdiözese Wien, der Diözese Eisenstadt und der Evangelischen Kirche in Wien, Niederösterreich und Burgenland, die in diesem Jahr in der Fastenzeit vom 21. Feber bis 9. April stattfand.

Die Verantwortung von Christen für die Schöpfung hob Superintendent Mag. Paul Weiland hervor: "Es ist ein biblischer Grundauftrag, dass sich die Menschen um die Schöpfung kümmern." Doch von Anfang an sei dieser Auftrag immer wieder verletzt worden, so Weiland. Wo immer die Natur ausgebeutet werde, verletzten die Menschen schließlich auch sich selbst. Der evangelische Superintendent betonte jedoch, dass es das biblische Versprechen Gottes gebe, er werde "bei all unseren Bemühungen bei uns sein". So hätten die christlichen Kirchen "auf sehr grundsätzliche Art" die Aufgabe, die Schöpfung zu bewahren.

Ohne Auto bei jedem Wetter

Bischof Küng und Superintendent Weiland überreichten ein im Rahmen der Initiative "Autofasten" verlostes Fahrrad an die Gewinnerin Christine Rodner aus Wiener Neustadt. Sie fahre täglich mit dem Fahrrad zu ihrem Arbeitsplatz in das Bildungshaus St. Bernhard, sagte Rodner, "bei jedem Wetter".
Bei jedem Wetter ohne Auto waren in der Fastenzeit in Niederösterreich 393, in Wien 882 und im Burgenland 46 Personen unterwegs. "Viele Menschen fanden die Idee toll und haben mitgemacht, ließen sich jedoch nicht offiziell registrieren", erklärte Dr. Evelyn Hödl, Umweltbeauftragte der Erzdiözese Wien. Die Zahlen der Anmeldungen seien zwar "nicht spektakulär", doch gehe sie, Hödl, davon aus, dass insgesamt etwa drei Mal so viele Menschen tatsächlich an der Aktion beteiligt waren.

Das Leben ohne Auto sei für die meisten Teilnehmer an der Initiative eine "Herausforderung" und ein "Experiment" gewesen, berichtete Hödl. Neben positiven Erfahrungen wie Entschleunigung, weniger Stress und mehr Bewegung hätten sich auch deutlich die Grenzen des Machbaren gezeigt: Oft gebe es keine oder schlechte Verbindungen öffentlicher Verkehrsmittel, Nebenrouten würden kaum bedient oder geschlossen, die Tarife seien hoch. Hier sei die Politik gefordert, so Hödl.

Der niederösterreichische Umweltlandesrat Dipl.-Ing. Josef Plank dankte den Kirchen für die Initiative "Autofasten" und dass Niederösterreich als Land "ein bisschen mitmachen durfte". Die Initiative "RADLand Niederösterreich" mit dem Motto "Ich radl das" gehe in die selbe Richtung, so Plank. Ziel sei die Förderung der "sanften Mobilität" und die Verdoppelung der mit dem Rad zurückgelegten Strecken von 7% auf 14%.