Austrittszahlen und Wiedereintritte gestiegen

Seit Jahren verzeichnen die Wiedereintritte in die Katholische Kirche der Diözse St. Pölten eine steigende Tendenz. Sie sind gegenüber dem Vorjahr um 10 Prozent gestiegen. Leider haben im vergangenen Jahr auch 3.420 Personen die Kirche verlassen, was ebenso eine Zunahme gegenüber dem Vorjahr bedeutet.
Die Anzahl der Firmungen ist gegenüber 2006 in etwa gleich geblieben, was als zunehmendes Interesse der Jugend an der Kirche gesehen werden kann. Derzeit wohnen 549.631 Katholiken in der Diözese St. Pölten. Im vergangenen Jahr 2007 sind 3.885 Katholiken zugezogen und 4.428 weggezogen. Im gleichen Zeitraum haben nach derzeit vorliegenden Zahlen 3.420 Personen die Kirche verlassen. Das sind um 392 mehr als 2006 und um 582 weniger als noch 2005. Im vergangenen Jahr sind auch 268 Personen wieder in die Kirche zurückgekehrt. Dieser Anteil ist seit Jahren im Steigen begriffen und bedeutet eine Zunahme um etwa 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im vergangenen Jahr wurden 6.600 Firmungen gespendet, im Jahr zuvor waren es 6.598. Bei einer leicht sinkenden Katholikenzahl bedeutet dies ein zunehmendes Interesse der Jugend an der Kirche.

Jeder einzelne Austritt ist zu bedauern, sagt der Direktor des Pastoralamtes, Msgr. Wilfried Kreuth. Die Ursachen, warum Menschen die Kirche verlassen, seien vielfältig. "Es ist ein Trend der Zeit, dass viele Menschen heute vorwiegend Wert auf äußeren Wohlstand, Vergnügen und kurzzeitige Erfüllung ihrer materiellen Wünsche legen", weist er hin. Die grundlegenden und dauerhaften Werte bleiben dabei auf der Strecke.
Erst in existentiellen Fragen und bei tiefer persönlicher Betroffenheit werden Menschen wieder auf den eigentlichen Lebenssinn gestoßen, erklärt Kreuth. Dann finden viele wieder zur Kirche zurück, "denn letztlich ist es der Glaube, der Halt im Leben gibt und eine Perspektive über das Dasein hinaus ermöglicht".
Direktor Kreuth setzt seine Hoffnung darauf, dass der begonnene Erneuerungsprozess in der Diözese dem derzeitigen Trend entgegenwirkt. "Durch diesen Aufbruch ist Bewegung in die Kirche gekommen", stellt er fest. Viele Gläubige haben neuen Mut gefasst und versuchen, "mit neuem Elan ihrer Überzeugung als Christen Ausdruck zu verleihen". Dieses Engagement aktiver Christen könnte ein Impuls sein, dass manche wieder auf den tieferen Sinn des Lebens hingewiesen werden.

Auch Bischof DDr. Klaus Küng hat in einem Hirtenwort den Gläubigen Mut gemacht, diesen Aufbruch zu wagen. Es komme auf die innere Umkehr eines jeden Einzelnen an, damit der Erneuerungsprozess in der Kirche wirksam werde, wies er hin. In fünf Schwerpunkten legte Bischof Küng den Weg fest: Gebet als Zeichen der Gemeinschaft mit Gott, die Katechese, um den Reichtum und die Schönheit des Glaubens mitzuteilen, die Sakramente als Stärkung und Heilung für die Menschen, die Gemeinschaft als inniger Zusammenhalt der Gläubigen und die Diakonie, um die Liebe zu den Mitmenschen auszudrücken.