Auf den Spuren Franz Jägerstätters

Eine besondere Begegnung erlebten die Mesnerinnen und Mesner auf ihrer Gemeinschaftsfahrt 2008: einen gemeinsamen Gottesdienst mit Franziska Jägerstätter und ihren beiden Töchtern in der Pfarrkirche von St. Radegund, wo der selige Franz Jägerstätter als Mesner diente.

Nach einem Gebet beim Grabmal bot sich im Wohnhaus Jägerstätters die Möglichkeit zum Gespräch mit seiner Witwe. "Diese Begegnung war der Höhepunkt der dreitägigen Reise", berichtet Michael Scholz vom Referat für Mesner im Pastoralamt der Diözese St. Pölten. "Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren tief bewegt." Die besondere Verbundenheit mit der Reisegruppe aus St. Pölten wurde auch dadurch spürbar, dass Franziska Jägerstätter selbst über 55 Jahre den Mesnerdienst ausübte.

Im Rahmen des Gottesdienstes wurde der letzte Brief von Franz Jägerstätter an die Gattin und die Familie verlesen. Pfarrer KR Alfons Einsiedl hob in der Predigt die ganz persönliche Liebe des Seliggesprochenen zu Jesus hervor. Gott habe Jägerstätter berufen, er habe die Berufung - auch durch viel Gebet - "durchgestanden". Der Selige sei ein "Prophet", den uns Gott heute schenkt habe, und der uns ermutige, auf das eigene Gewissen zu hören, so Einsiedl. Im Linzer Mariendom besuchte die St. Pöltner Mesnergemeinschaft anschließen auch die Reliquienstele von Franz Jägerstätter.

Mehr als 500 Mesnerinnen und Mesner gehören in der Diözese St. Pölten der Berufsgemeinschaft an. Sie ist somit die größte Mesnergemeinschaft aller Diözesen Österreichs.