Arbeitnehmer für "missionarische Seelsorge"

Hinzugehen zu den Menschen, wo sie leben und arbeiten und neugierig sein auf ihre Anliegen, dazu rief der geistliche Assistent der Kath. Arbeitnehmerbewegung und Betriebsseelsorger Kpl. Franz Sieder bei der Tagung der Katholischen Arbeitnehmerbewegung Anfang April in Heidenreichstein auf. Wie Sieder betonte, sei es nur durch diese "missionarische Spiritualität" möglich, Glaube und Leben als Einheit zu sehen. Diese "nachgehende Seelsorge" könne nur auf der Basis aktiver Mitarbeiter, die sich in regelmäßigen Runden treffen basieren. Die Kirche müsse für die Menschen eine "befreiende Kirche" sein und sie müsse dort sein, wo auch das Leben der Menschen sei. Es müsse aber auch von einem weltweiten sozialen Denken und Handeln geprägt sein.
Die Diözesankonferenz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sprach sich klar für eine Neupositionierung des Bereiches Kirche und Arbeitswelt aus, um ihre Anliegen künftig noch besser in das Leben der Kirche mit einzubringen. Interne Beratungen über diese Anliegen werden demnächst beginnen, wurde betont.

Region mit Chancen

Im Studienteil befassten sich die Teilnehmer der Tagung mit der geänderten Situation des Waldviertels als Grenzregion. Wie der Experte für Regionalentwicklung DI Dr. Hannes Schaffer betonte, sei das Waldviertel fast in den Mittelpunkt Europas gerückt und damit zu einer Region mit gewaltigen Zukunftschancen geworden. Die Lage selbst, so Schaffer, sei weitaus besser als die Stimmung. Notwendig sei allerdings, die Jugend stärker an die Region zu binden. Der Heidenreichsteiner Bürgermeister Hans Pichler rief auf, die "Schranken im Kopf" zu beseitigen und die Partnerschaften mit den grenznahen Ortschaften als Chance zu nutzen. Dass auch die Landesausstellung 2009 im Waldviertel und dem angrenzenden Teltsch stattfindet, sieht Bundesrätin Martina Diesner-Wais ebenfalls als große Chance für die Region.