Am Rand die Mitte finden

Mission wird nicht als Aufgabe unter vielen verstanden, sondern als Sendung Gottes in der Welt. Denn die Kirche ist ihrem Wesen nach missionarisch. So. P. Franz Helm von den Steyler Missionaren bei der diesjährigen Jahrestagung des Kath. Bildungswerkes der Diözese St. Pölten am 29. März im Stift Melk zum Thema "Am Rand die Mitte finden" über das Missionsverständnis heute.
Bei der Neuwahl des Vorstandes wurde Mag. Angela Lahmer-Hackl zur Vorsitzenden gewählt. In seinem Impuls zum Thema ging P. Franz Helm auf den Erneuerungsprozess in der Diözese St. Pölten ein und meinte, dass es dabei "nur vordergründig" darum gehe, wie die Gemeinden und Pfarren trotz Priestermangel und Rückgang beim Kirchenbesuch lebendiger werden könnten. Vielmehr stehe im Mittelpunkt, dass das Leben der Christen "geistdurchwirkter und freudvoller" werde.
Wer nur auf sich selber blicke, so Helm, werde kaum zur Erneuerung fähig sein. Echtes Leben entstehe vielmehr durch Dialog und den Blick auf die Anderen, sagte er. Gerade Menschen, die am Rande stehen, bedürfen einer besonderen Aufmerksamkeit. Sonst könnte die Kirche zu einem "Wohlfühlverein von Sonderlingen" verkommen. Helm rief die Anwesenden auf, bei dieser Entwicklung ihren Beitrag als Katholisches Bildungswerk zu leisten.

Auch P. Christian Tauchner unterstrich die missionarische Dimension der Kirche, die sich in ihrem Handeln zeigen müsse. Es bedürfe dazu einer "gemeinschaftlichen Interpretation der Geschichte", sagte er. Man müsse lernen wahrzunehmen, wo Gott heute wirkt. Diese "Zeichen der Zeit" seien keine objektiv vorgegebenen Anhaltspunkte, sondern soziale Herausforderungen, in denen Christen Gottes Wirken erkennen, und die sie als solche annehmen.
So habe ein indischer Bischof, in dessen Diözese 3,5 Millionen Menschen leben, von denen 30.000 Christen sind gemeint: "Unsere Aufgabe ist nicht die Betreuung dieser Christen, wir haben vielmehr eine Aufgabe für die ganze Bevölkerung".

Neue Vorsitzende

Zur neuen Vorsitzenden wurde Mag. Angela Lahmer-Hackl gewählt. Sie tritt die Nachfolge von HR Dr. Adolf Joksch an. Ihr Stellvertreter ist Ing. Josef Weber.