Altenpfleger - ein Beruf mit Zukunft

"Nun hab ich meinen idealen Beruf gefunden", freut sich Rudolf Grohs, derzeit im dritten Semester der Fachschule für Altendienste der Caritas in St. Pölten. Über zwanzig Jahre lang war er Kraftfahrer, ehe er seinen Job wieder mit der Schulbank vertauschte. "Am Anfang war es hart", gibt Rudolf Grohs zu. Aber Durchhaltevermögen, das Interesse an der Tätigkeit und die Gemeinschaft im Ausbildungslehrgang haben ihm die Kraft dazu gegeben.


Ähnlich erging es Gertrude Walcher aus dem Pielachtal. Sie hat zwar nicht den Beruf gewechselt, sondern wollte als Heimkrankenpflegerin ihre Qualifikation und damit ihre fachliche Kompetenzen erhöhen. "Ich habe ein Jahr lang mit meiner Familie überlegt, dies in Angriff zu nehmen", erzählt sie. Schließlich hat ihr eine Krankenschwester der Heimhilfe ebenfalls dazu geraten und auch die Kinder waren einverstanden. Sie haben ihr immer wieder Mut gemacht, wenn es vor Prüfungen manchmal eng wurde. Immerhin sind in den vier Semestern 1.200 Theorie- und ebenso viele Praxisstunden zu absolvieren.


Rudolf Grohs ist sich noch nicht sicher, in welchem Bereich er nach der Ausbildung arbeiten will. Er schwankt zwischen der Heimhilfe und einem Seniorenheim. Probleme bei der Arbeitsuche wird er wohl kaum haben, denn die Nachfrage ist groß. "Bisher gab es immer nur zwei bis drei Absolventinnen oder Absolventen, die bei Beendigung der Ausbildung noch keinen Arbeitsplatz hatten", bestätigt auch die Direktorin der Lehranstalt für Sozialberufe der Caritas, Mag. Christine Mayer.


Rudolf Grohs freut sich bereits auf seine neue Tätigkeit, denn aus der Praxis weiß er: "man bekommt von diesen Menschen soviel zurück, etwa ein kleines Lächeln oder auch ein dankbarer Händedruck". Das ist ihm mehr Wert als der tägliche Stress in einem alten Beruf. Und durch die verschiedenen Praxisstellen, die er absolviert hat, etwa vom Krankenhaus bis zur Heimhilfe, von der Hauskrankenpflege bis zum Dienst in Altenheimen ist er auch für vieles offener geworden, sagt er. Man hat gelernt, dass es im Umgang mit den Menschen nicht nur auf den guten Willen ankommt, sondern auch auf fachliches Wissen und Können, um wirklich zu helfen.


Diese Fachschule für Altendienste wird vor allem von Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 19 und 50 Jahren besucht, meist Wiedereinsteigerinnen in den Beruf, Umsteigerinnen in einen anderen Beruf und solche, die für ihren Beruf eine höhere Qualifikation anstreben. Nur etwa zehn Prozent sind Männer, erzählt die Ausbildungsleiterin und Direktorin des Pflegehilfelehrganges, Christine Rohacek.


Lehrgang seit über 10 Jahren


 


Seit über zehn Jahren gibt es diese Ausbildung an der Lehranstalt für Sozialberufe der Caritas St. Pölten bereits. Sie dauert vier Semester und schließt mit dem Diplom "Altenfachbetreuer" ab. Im September beginnt ein neuer Lehrgang. Interessenten können sich noch bis 25. Mai an der Caritas-Lehranstalt für Sozialberufe in St. Pölten melden: 3100 St. Pölten, Parkpromenade 10, Tel. 02742/353550.