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Altbischof Dr. Franz Zak gestorben

Am Mittwochabend, dem 28. Jänner 2004, ist Bischof Dr. Franz Zak im 87. Lebensjahr um 16.30 Uhr im AKH Wien (Allgemeines Krankenhaus Wien) verstorben.
Das Begräbnis ist am Mittwoch, den 11. Februar um 11 Uhr.
"Unser Leben ist eine Reise in die Schatzkammer Gottes. Dort erwartet uns der Herr: Gott ist die Liebe und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott in ihm. Schwestern und Brüder! Ich kann Ihnen nichts Schöneres und Beglückenderes sagen: Glaubt daran: Gott ist die Liebe!" Dies waren die Worte von Bischof Dr. Franz Zak vor vier Jahren. Ich danke Gott für die Gnade"
In Rückblick auf sein priesterliches Leben sagte Bischof Dr. Franz Zak bei der Feier zum 45. Jubiläum seiner Bischofsweihe vor eineinhalb Jahren: "Ich danke Gott für die große Gnade, die Kraft und Gesundheit, die er mir durch lange Zeit geschenkt hat, um meinen Dienst als Priester und Bischof leisten zu können".
Weihbischof Dr. Heinrich Fasching war in der letzten Stunde bei Altbischof Dr. Franz Zak am Sterbebett: "Bischof Zak ist in aller Stille, ganz sanft zu Gott heimgegangen".

30 Jahre Bischof einer Zeitenwende
Am 30. September 1961 übernahm Dr. Franz Zak die Leitung der Diözese. Er wurde 1917 im Dorf Niederedlitz im Waldviertel geboren. Als Priesterstudent wurde er während seines Studiums fünf Jahre zum Militärdienst eingezogen. 1945 heimgekehrt, empfing er 1947 die Priesterweihe und wirkte zunächst als Kaplan in Sieghartskirchen und Steinakirchen, ehe er 1948 als Domkurat nach St. Pölten kam. Dort widmete er sich vor allem der Jugendseelsorge. 1954 kehre Dr. Franz Zak von einem Studienaufenthalt in Rom zurück und wurde bereits zwei Jahre später, 1956, Bischof-Koadjutor. Mit 39 Jahren war Dr. Franz Zak damals Österreichs jüngster Bischof.
Einen Tag nach dem Tod seines Vorgängers Bischof Michael Memelauer eröffnete der neue Diözesanbischof Dr. Franz Zak die St. Pöltner Diözesansynode 1961. "Gerecht, fromm, tapfer" - dieses Wort wählte er sich zu seinem Leitspruch, als er am 30. November 1961 in sein Amt eingeführt wurde. Ein kirchliches Großereignis jener Zeit war der Katholikentag der Diözese St. Pölten Ende Mai 1958.

Das Konzil war das größte Ereignis
1962 nahm das Zweite Vatikanische Konzil seinen Anfang. Bischof Dr. Franz Zak war einer der Teilnehmer in diesem Weltforum und meldete sich zu Fragen der Liturgie zu Wort. Das Konzil bezeichnete er immer wieder als das größte Ereignis seines Lebens. Es wurde richtungsweisend für alle Bereiche seines bischöflichen Wirkens innerhalb der Diözese wie auch im Rahmen der Österreichischen Bischofskonferenz, wo Bischof Franz Zak für Jugend und Familie sowie über 17 Jahre hindurch für den Bereich Militärseelsorge zuständig war. Der "Dienst an den Menschen von heute" stand im Mittelpunkt der von ihm 1972 einberufenen Diözesansynode, deren Ziel es war, die Beschlüsse und Wegweisungen des Zweiten Vatikanischen Konzils für das Leben der Diözese umzusetzen.
1985 feierte die Diözese St. Pölten das Jubiläum ihres 200-jährigen Bestehens. Im Jahr 1986 konnte Bischof Dr. Franz Zak das 30-jährige Jubiläum seiner Bischofsweihe und das 25-jähriges Jubiläum als Diözesanbischof begehen. In einer umfassenden Biografie wurde Bischof Zak vom damaligen Chefredakteur der NÖN, Prof. Hans Ströbitzer, als "Bischof einer Zeitenwende" bezeichnet.
Mit der Bestellung seines Nachfolgers Dr. Kurt Krenn war Bischof Dr. Franz Zak vom 13. Juli 1991 bis zu dessen Amtseinführung am 15. September Apostolischer Administrator der Diözese. Danach lebte Bischof Dr. Franz Zak im Pensionisten- und Pflegeheim St. Elisabeth in St. Pölten - Wagram und war in den letzten Jahren immer wieder von schwerer Krankheit und Leiden gezeichnet.

Bischof Dr. Franz Zak