Als Christ leben im Alltag

Als Christ im Alltag leben beschäftigt im laufenden Arbeitsjahr die Katholische Männerbewegung (KMB) der Diözese St. Pölten. Diesen Schwerpunkt hat sie bei der jüngsten Herbst-Diözesankonferenz festgelegt. Der Linzer KMB-Diözesanobmann-Stv. DI Bernhard Steiner hat in seinen Ausführungen die Grundlagen für eine männerspezifische Spiritualität dargelegt. Gerade die biblischen Männergestalten zeigen, wie Männer ihre Beziehung zu Gott erfahren und wie Gott ihr Leben geprägt hat, wies Steiner hin. Die Beziehung zu Gott fordere heraus, der Wirklichkeit ins Auge zu schauen und Verantwortung für das eigene Tun zu übernehmen. Damit eröffne diese Beziehung auch eine neue Lebensperspektive, wo nach menschlichem Ermessen jeder Ausweg verbaut sei.
Männer seien einerseits bestrebt, Sicherheit in den komplizierten Lebenszusammenhängen zu suchen. Andererseits brauchen sie Herausforderungen, sich von vermeintlichen Sicherheiten zu lösen und Neues aufzubauen, wies der Linzer Referent hin. Dies zeige etwa das Beispiel des Propheten Elija, der, überzeugt von seinem Auftrag, sich für die Rückkehr des Volkes zu Gott einsetzte und dabei dennoch scheiterte. Als seine Selbstsicherheit zusammenbrach, musste er seine Lebens- und Glaubenssicherheit wieder neu aufbauen.
Auch heute seien Männer gefordert, sich wie Elija nicht auf menschliche Sicherheiten zu verlassen, sondern sich in die Gegenwart Gottes zu stellen. Stille und Besinnung seien die Zugänge dazu, erklärte Steiner. Es gelte, die inneren Sinne zu schärfen, um bewusster im Augenblick zu leben und so in die Tiefe des eigenen Lebens einzudringen. Gleichzeitig stärke die Schärfung der Sinne auch den Glauben.

Übereinstimmung von Glaube und Leben

Viele Heilige und bedeutsame Menschen wie Franz von Assisi, Erzbischof Romero, Mutter Theresa oder auch Franz Jägerstätter seien diesen Weg gegangen.
Jägerstätter polarisiere auch heute noch, sagte Steiner. Man dürfe ihn aber nicht nur als „Wehrdienstverweigerer“ einstufen. Er war ein lebenslustiger, kontaktfreudiger Mann, der sein Leben intensiv gestaltet habe, sowohl in seiner Jugend als auch in Ehe und Familie. Er habe sich aber ebenso intensiv mit dem Glauben befasst und versucht, diesen kompromisslos im Leben umzusetzen. Jägerstätter sei „ein klares Beispiel, was es heißt, Glaube und Leben in Übereinstimmung zu bringen“. Sehrt bewusst habe er die Entwicklung in Gesellschaft und Politik wahrgenommen, habe dies im Licht seines Glaubens geprüft und daraus die Konsequenzen für sein Leben gezogen.
Wie bei Franz Jägerstätter müsse sich bei jedem überzeugten Christ der Glaube im Alltag bewähren, unterstrich Steiner. Dies werde auch in der Katholischen Soziallehre aufgezeigt. Für Christen gelte, sich für eine lebenswertere und gerechtere Gesellschaft einzusetzen.