Alkohol, Gewalt und Schulden

Alkohol, Gewalttätigkeit und Schulden sind Probleme, mit denen die Telefonseelsorge zunehmend auch im bäuerlichen Bereich konfrontiert ist. Dies stellte die Leiterin der Telefonseelsorge in St. Pölten, Mag. Irene Gartner bei einer Informationsveranstaltung der NÖ Landwirtschaftskammer fest. Die Inhalte der Anrufe bei der Telefonseelsorge decken sich großteils mit den Problemen des bäuerlichen Sorgentelefons, stellte sie fest. Zudem würden kaum Männer bei der Telefonseelsorge anrufen. Vor allem seien es Alkohol und Gewalt, mit der die Telefonseelsorge aus dem bäuerlichen Milieu konfrontiert sei. An zweiter Stelle der Probleme stehen für die Bäuerinnen jene Sorgen, die mit hohen Schulden und Belastungen des Hofes zusammenhängen. Und viele der Frauen leiden noch sehr an den verbreiteten alten Rollenbildern und Traditionen.


Ein großes Problem in der Landwirtschaft sei die Partnersuche der Kinder, weist Gartner hin. Für die Söhne gebe es kaum junge Frauen, die sich für einen bäuerlichen Betrieb interessieren, bestätigt sie die Erfahrungen der Telefonseelsorge. Auch Generationsprobleme zwischen Schwiegereltern und Schwiegerkinder würden die Familien oft ungemein schwer belasten.


Frauen seien weithin ihren Männern ausgeliefert. Denn eine Trennung oder Scheidung sei für eine Bäuerin kaum möglich, da sie keine Alternative zu ihrem Beruf findet, sich keine Wohnung leisten kann und oft auch über kein eigenes Geld verfügt. Bei dem treffen in der Landwirtschaftskammer stellten die verschiedenen Beratungsstellen und Hilfseinrichtungen ihre Angebote vor, um so eine Vernetzung und engere Zusammenarbeit für die bäuerlichen Familien zu ermöglichen.