Abtreibung: Bischof Küng kritisiert Grünen-Vorstoß

Bischof DDr. Klaus Küng hat die Forderung der Vizechefin der "Grünen" Eva Glawischnig nach "Abtreibung auf Krankenschein in öffentlichen Spitälern" entschieden zurückgewiesen. Schwangeren Frauen in Not per Krankenschein die Abtreibung zu verschreiben, statt Lebensperspektiven mit einem Kind zu bieten, sei eines Sozialstaates unwürdig, so Küng am Donnerstag in einer Stellungnahme.

Wie Bischof Küng sagte, wäre von den "Grünen", die sich "völlig zu Recht für den Schutz der Umwelt und für das Leben der Pflanzen und Tiere" einsetzen, "mehr Engagement für den Schutz des ungeborenen menschlichen Lebens" zu erwarten. Es sei - so Küng - "absurd, sich für das Lebensrecht von Kröten in einem Biotop stark zu machen, aber im selben Atemzug für das Recht auf Abtreibung zu plädieren".

Rechtliche Verbesserungen rund um die Fristenregelung wären laut Bischof Küng vor allem eine gesetzlich vorgeschriebene Trennung von beratendem und abtreibendem Arzt, um eine "objektive Beratung" zu gewährleisten und die "Geschäftemacherei" mit der Abtreibung zu erschweren. Ebenso möchte der "Familien-Bischof" eine dreitägige "Bedenkzeit" vor der Entscheidung für oder gegen eine Abtreibung. Damit soll Schwangeren gesetzliche Rückendeckung vor unmittelbarem "äußerem Druck" gegeben werden, um übereilte Handlungen zu vermeiden, die später bereut werden. Außerdem sollte eine Abtreibungs- Statistik und eine anonyme Motivforschung dazu beitragen, gezielt helfen zu können und die konkreten Ansatzpunkte für die 1975 bei der Einführung der Fristenregelung versprochenen "flankierenden Maßnahmen" zu finden.