"Abenteuer Entwicklungsprozess"

"Ihr lasst euch auf ein besonders Abenteuer ein, auf ein Abenteuer mit Gott", sagte Bischof DDr. Klaus Küng zu den über 240 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die am 16. November zum "Tag der Ehrenamtlichen" in das WIFI St. Pölten gekommen waren. Es gehe dabei nicht nur um Diskussionen, sondern jeder solle erkennen, was Gott von ihm wolle, unterstrich der Bischof. Dieser Tag fand im Rahmen des diözesanen Erneuerungsprozesses statt. In Einzelarbeit, in Arbeitsgruppen und im gesamten Plenum befassten sich die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus allen Teilen der Diözese mit Fragen, wie sie die Seelsorge künftig mittragen und mit unterstützen können. Denn, so Generalvikar Leopold Schagerl, "der Priester braucht mehr Zeit, sich vornehmlich den seelsorglichen Aufgaben zu widmen". Vieles in den Pfarren können auch Laienmitarbeiter übernehmen.
In den Gesprächen und Überlegungen verwiesen die Teilnehmer auf ihre Erfahrungen, was jeder in seiner Pfarre als besonders schön erlebt hat und was die Ehrenamtlichen von den hauptamtlichen Mitarbeitern in der Pastoral brauchen. Von den Teilnehmern wurde besonders die Freude betont, die sie aus dem christlichen Glauben schöpfen, sowie das gute Miteinander in vielen Pfarrgemeinden und religiösen Bewegungen. Es wurden auch Wünsche geäußert, etwa die Aufwertung des Ehrenamtes und mehr Vertrauen der Priester den Mitarbeitern gegenüber.
Eine der Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit sei, dass sich Priester helfen lassen und die Talente und Charismen der Laien ernst nehmen. Die Pfarre soll so zu einem Ort werden, wo Lebensfreude spürbar wird und auch andere Meinungen erwünscht sind.

Bischof Dr. Klaus Küng, der in seinem Hirtenwort zur Seelsorge fünf Schwerpunkte angesprochen hat, untermauert diese als "wichtige und brisante Themen". Das Gebet, so der Bischof, sei grundlegend, Gott wieder zu entdecken und ihm nahe zu sein. Vieles, was in der Seelsorge bereits vorhanden sei, müsse wieder vertieft werden, regte er an. Und Weihbischof Dr. Anton Leichtfried ergänzte: Es gehe "nicht darum, mehr zu tun, sondern manches anders anzugehen". "Wir brauchen nicht alles selbst tun, denn gemeinsam sind wir stärker", rief er auf. Engagierte Katholiken sollen nicht nur in den Pfarren, sondern auch über Pfarrgrenzen hinaus zusammenarbeiten. Dieses Anliegen wurde in den abschließenden Gesprächen immer wieder genannt. Eine Vernetzung mit den Nachbarpfarren werde für die Zukunft unerlässlich sein, denn nicht jede Pfarre werde künftig auch alles bieten können. Der Direktor des Pastoralamtes Msgr. Wilfried Kreuth ermunterte die Anwesenden, sich in ihrem Engagement in den Pfarren nicht den Mut und die Freude nehmen zu lassen. Eine Gruppe brachte dies auf den Punkt: "Wir arbeiten letztlich nicht für den Pfarrer oder für die Gemeinde, sondern für Gott. Dadurch können wir auch Enttäuschungen verkraften, die immer wieder kommen."

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter aus den Pfarren sind nun eingeladen, in ihren Dekanaten und Pfarren Verantwortung für die Gestaltung des Entwicklungsprozesses zu übernehmen, damit sich möglichst viele Menschen aktiv am Prozess beteiligen können.

Generalvikar Leopold Schagerl beurteilte abschließend den immer wieder geäußerten Wunsch nach Schulung und Weiterbildung als Stationen auf dem Weg zur geistlichen Erneuerung und spirituellen Vertiefung, um neue Talente und Charismen zu entdecken. Anna Rosenberger, die einzige Frau und ehrenamtlichen Mitarbeiterin im Leitungsteam des Entwicklungsprozesses meinte zu den ehrenamtlichen MitarbeiterInnen "Ihr seid unsere Rückenstärkung auf diesem Weg", jeder Christ sei Teil dieser Kirche auf dem Weg in die Zukunft.
Begeistert zeigte sich eine Teilnehmerin in ihrer Wortmeldung: "Das Plakat mit der Aufschrift "der Geist macht lebendig" war an diesem Tag in vielen kleinen Dingen spürbar", sagte sie. Und Bischof Dr. Klaus Küng sagte abschließend: "Ihr gebt mir Hoffnung - Ich habe gespürt, ihr seid mit dem ganzen Herzen dabei".