Nikolaus
 
 

850 Niederösterreicher mit Bischof Küng beim Papst

Diözesanbischof DDr. Klaus Küng und Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll übergaben am Freitag im Vatikan den niederösterreichische Christbaum für den Petersplatz bei einer Papstaudienz symbolisch an Benedikt XVI. Zur Übergabe der 33 Meter hohen Fichte aus dem Klostertal bei Gutenstein, die ein Geschenk des Landes Niederösterreich an den Papst darstellt, reiste eine 850-köpfige Pilgergruppe aus Österreich nach Rom. Die Papstaudienz in der Sala delle Benedizioni ist zusammen mit der feierlichen Illumination des Baumes am Samstag und einem Gottesdienst am Sonntag im Petersdom, einer der Höhepunkte eines mehrtägigen Programms der Rom-Pilger.
In seiner Ansprache dankte der Papst für den Christbaum, der in den nächsten Wochen die Römer und die vielen Pilger aus aller Welt erfreuen werde. Seine aufstrebende Gestalt, sein Grün und die Lichter seien Symbole des Lebens und wiesen zugleich auf das Geheimnis der Heiligen Nacht hin, führte er aus. Mit seiner Geburt bringe Christus eine neue Hoffnung und einen neuen Glanz in die dunkle, kalte und unerlöste Welt. Wenn sich der Mensch vom Glanz Christi anrühren und erleuchten lasse, „wird er einen inneren Frieden im Herzen erfahren und zum Friedensstifter werden in einer Gesellschaft, die sich zutiefst nach Versöhnung und Erlösung sehnt“.

„Miteinander“ von Kirche und Bundesland

Bischof Küng sah in der Überbringung des Christbaums aus Gutenstein und dessen Illuminierung einen symbolischen Akt: „Wir wollen mithelfen, Licht anzuzünden, damit es in der der Welt leuchtet und sich ausbreitet.“
Landeshauptmann Pröll dankte dem Papst, „dass Sie die Begegnung möglich gemacht haben“. Es sei eine „ehrenvolle Aufgabe, den Christbaum aus Niederösterreich überbringen zu dürfen“. Das Land wolle mit diesem Geschenk an den Heiligen Vater „vor aller Welt dokumentieren, dass die christliche Gesinnung auch in schwierigen Zeiten hochgehalten wird“. Niederösterreich sei geprägt vom Miteinander der Kirche und des Bundeslandes, „von gegenseitigem Respekt, von Achtung und gemeinsamer Verantwortung gegenüber den Menschen“.

Benedikt XVI. betrachtet Weihnachtsbaum "mit Freude"

Er selbst werde beim Blick aus dem Fenster seines Arbeitszimmers immer wieder mit Freude diesen Baum neben der Krippe betrachten, betonte Benedikt XVI. Zudem rufe dieses Geschenk Erinnerungen an seinen Österreich-Besuch 2007 in ihm wach. Dabei habe er auch Heiligenkreuz Halt gemacht, das – so wie die vielen anderen Stifte – Österreich prägt und von seiner zutiefst christlichen Geschichte Zeugnis gibt. Das Bemühen aller Gläubigen müsse es ein, „dass auch in Zukunft dieses Zeugnis für Christus lebendig bleibt und den Menschen Halt und Richtung auf ihrem Weg gibt“.

Der Papst wünschte den Gästen ein gnadenreiches Weihnachtsfest und bat sie, diesen Wunsch auch ihren Familien und allen Landsleuten weiterzugeben: „Gerne versichere ich Sie meines Gebets für Ihre Familien und für Ihr Land und empfehle Sie alle der Fürsprache Mariens, der Schutzfrau Österreichs, und des Landespatrons Leopold. Der Herr schütze Ihr Land und segne ganz Österreich!“

Altenburger Sängerknaben: Adventlieder für den Papst

Pröll überreichte Benedikt XVI. bei der Audienz den goldenen „Heiligen Leopold“. Die Statuette ist eine Ehrenauszeichnung des Landes Niederösterreich. Mitglieder der Delegation waren auch die niederösterreichischen Äbte Georg Wilfinger vom Stift Melk, Christian Haidinger aus Altenburg und der Heiligenkreuzer Abt Gregor Henckel-Donnersmarck. Die Altenburger Sängerknaben übernahmen die musikalische Gestaltung der Audienz: Begleitet von den Ziersdorfer Turmbläsern sangen sie Adventlieder für den Papst. Rechtzeitig zu diesem prominenten Auftritt ist die neue Weihnachts-CD der Altenburger Sängerknaben „Engel singen Jubellieder“ erschienen.

Am Freitagabend fand in der römischen Basilika Santi Apostoli in der Nähe der Piazza Venezia ein Adventkonzert mit dem Knabenchor des Stiftes Altenburg und den Instrumentalisten aus Ziersdorf statt. Bischof Küng, Prälat Josef Eichinger und Pater Michael Hüttl vom Stift Altenburg trugen dazu Adventgedanken vor.

Weiteres Pilgerprogramm am Samstag und Sonntag

Am Samstagvormittag bekommen die Gewächse in den vatikanischen Gärten besonderen Zuwachs: Landeshauptmann Pröll und Bischof Küng pflanzen dann gemeinsam mit dem für die Verwaltung des "Staates der Vatikanstadt" zuständigen Kurien-Kardinal Giovanni Lajolo und Bischof Renato Boccardo in den päpstlichen Gärten einen österreichischen Weinstock. Die Zeremonie findet in der Nähe des Marienbildes der "Madonna della Guardia" statt.

Im Anschluss besuchen Küng und Pröll die österreichisch-deutsche Nationalstiftung Santa Maria dell'Anima in Rom. Rektor Franz Xaver Brandmayr, der das Priesterkolleg der "Anima" leitet, wird sie dort zu einem Mittagessen empfangen. Um 16.30 Uhr findet dann der offizielle Festakt zur Illuminierung des Christbaums statt, der traditionell neben der Weihnachtskrippe im Zentrum des Petersplatzes steht. Die Krippe selbst wird allerdings erst am 24. Dezember enthüllt. Für den Vatikan nimmt Kardinal Lajolo den Christbaum in Empfang. Nach kurzen Ansprachen von Kardinal Lajolo und Landeshauptmann Pröll werden die Lichterketten den vatikanischen Weihnachtsbaum erstmals erleuchten. Auch diese Zeremonie werden die Altenburger Sängerknaben und die Ziersdorfer Turmbläser musikalisch umrahmen.

Den Abschluss des Programms zur Übergabe des Vatikan-Christbaums bildet am Sonntag, 14. Dezember, ein Gottesdienst im Petersdom. Bischof Küng wird am Kathedral-Altar der Basilika St. Peter mit der gesamten niederösterreichischen Pilgergruppe eine Pilgermesse feiern. Zur Mitfeier des Gottesdienstes sind auch alle österreichischen Priester, die sich derzeit in Rom aufhalten eingeladen.

(kap/nön/dsp)