725 Jahre Pfarre Weinburg

Mit einem dreitägigen Fest und der Weihe eines neuen Altares durch Diözesanbischof DDr. Klaus Küng feierte die Gemeinde Weinburg ihr 725. Pfarrjubiläum. Aus diesem Anlass wurden auch die Pfarrkirche zum Hl. Johannes dem Täufer und der Pfarrhof in dreijahriger Arbeit außen und innen renoviert, sowie der Platz vor der Kirche komplett neu gestaltet. Im Pfarrheim ist eine zeitgeschichtliche Ausstellung zu besichtigen.

Der Altar sei nicht nur Versammlungsort, sondern auch "Quelle der Kraft" und "Ort der Aussendung für ein Leben, das ausstrahlt und anderen zum Segen wird", betonte Bischof Küng beim Festgottesdienst zur Weihe des neuen, künstlerisch aus Holz gefertigten Altares. Es gelte, das Licht nicht nur zu empfangen, sondern hinauszutragen "in unsere Häuser, in unsere Familien, in die Welt". Den Altar spendete der fühere Dompfarrer von St. Pölten, Prälat Johannes Oppolzer, der davor auch Pfarrer in Weinburg gewesen war.

"Die Pfarre soll für alle Menschen in Weinburg einen Kristallisationspunkt darstellen", erklärte Pfarrprovisor Mag. Dr. Eemeka Emeakaroha und freute sich über "die Dynamik der Entwicklung in unserer Pfarre". Die ganze Gemeinde habe an der Renovierung mitgewirkt, nicht nur durch Spenden, sondern auch durch mehr als 350 freiwillige Arbeitsstunden. Bischof Küng ehrte besonders Josef Oberleitner, der einer der "Motoren" der Renovierung und Neugestaltung war und zugleich sein 50-jähriges Jubiläum als Mesner feierte. Oberleitner bekam den Hippolytorden der Diözese und eine Auszeichnung der Mesnergemeinschaft verliehen.

Laut Pfarrchronik findet sich die erste urkundliche Erwähnung des Ortes und der Pfarre in einer Schenkungsurkunde des Otto von Mainberg an das Stift Göttweig aus dem Jahr 1283, wie Bürgermeister Peter Kalteis ausführte. Darin wird ein Herr "Swikkerus plebanus" als Pfarrer von "Weinperch" genannt. Die Kirche selbst dürfte jedoch noch um einiges älter sein. Weinburg hieß bis zum Jahr 1650 "Weinperch" (Weinberg), und es wurde hier früher tatsächlich Weinbau betrieben. Ab 1577 waren mindestens 50 Jahre hindurch ausschließlich evangelische Prediger an der Pfarre. Danach, genannt wird das Jahr 1627, herrschte so ein Mangel an katholischen Priestern, so dass schon damals ein Pfarrer mehrere Pfarren zugleich betreuen musste.

Im Hinblick auf die Jubiläumsfeier führte die Gemeinde in den letzten Jahren zahlreiche Bau- und Renovierungsarbeiten durch: von der Neugestaltung des Kirchenplatzes, der Außen- und Innenrenovierung der Pfarrkirche und des Pfarrhofesund der Renovierung der "Grechtler-Gruft" über die Sanierung der Orgel, die Erneuerung der Lautsprecheranlage bis hin zur Anschaffung eines neuen Volksaltares und dazu passendem Ambo.