350 Jahre Wallfahrt zu den "Drey Aichen"

Vor 350 Jahren hat der Kürschnermeister Matthias Weinberger aus Horn eine aus Wachs gegossene Marienstatue am Molderberg an einer dreistämmigen Eiche angebracht. Seit diesem Tag, dem "großen Frauentag" 1656, ist die Wallfahrt zu diesem Gnadenort "Maria Dreieichen" gewachsen. Am 15 August gedachten hunderte Pilger und Gläubige dieses Ereignisses. Es war ein großer Tag für Maria Dreieichen. Mit einer Festmesse am Vormittag, einer Prozession von Horn zum Wallfahrtsort, einer Andacht in der Basilika mit Bischof DDr. Klaus Küng, einer Fahrzeugsegnung und anschließender Agape gedachten zahlreiche Pilger und Gläubige der Anfänge der Wallfahrt. Auch die Gnadenstatue konnte nach der Restaurierung des Schreins am Hochaltar wieder an ihrem Platz "inthronisiert" werden.

Hunderte Gläubige hatten sich bereits in der Kirche versammelt, als die Prozession mit der Gnadenstatue, die von 90 Gläubigen aus Horn begleitet wurde, in Maria Dreieichen eintraf. Diese Fußwallfahrergruppe war mit Pfarrer P. Josef Grünstäudl am frühen Nachmittag aufgebrochen, um den damaligen Weg des Kürschnermeisters Weinberger nachzugehen.
Am Ortseingang von Maria Dreieichen wurde die Statue von Bischof DDr. Klaus Küng, Wallfahrtspfarrer P. Robert Bösner, zahlreichen Priestern aus der Umgebung, unter ihnen auch ein Repräsentant aus der Nachbardiözese Brünn und vielen Pilgern und Gläubigen empfangen. Unter den Anwesenden Bürgermeister Wolfgang Schmöger und Bezirkshauptmann Dr. Gerd Oppitz. Die stellvertretende Obfrau des Pfarrgemeinderates, Waltraud Hirsch, wies in ihren Begrüßungsworten auf die diözesane und überregionale Bedeutung dieses Wallfahrtsortes auf dem Molderberg hin.
In einer langen Prozession, begleitet von der Musikkapelle Fröhlich und der Freiwilligen Feuerwehr wurde die Gnadenstatue in die Basilika geleitet. Dort wurde sie von Arbeitern der Horner Firma, die diese Restaurierungsarbeit durchgeführt hat, wieder auf ihren Platz am Hochaltar gestellt, nachdem der Schrein vom Bischof gesegnet worden war.

Ein Halt für die Menschen

Es sei eine große Freude, dass gerade an diesem Hochfest Mariens und im 350. Wallfahrtsjahr die Gnadenstatue wieder zurückgestellt werden konnte, sagte der Bischof in seiner Predigt. Seit 250 Jahren sei dieser Schrein bereits ein würdiger Platz, wies er hin. Der Wallfahrtsort selbst habe seit seinen Anfängen vor 350 Jahren Menschen in deren Leben einen Halt gegeben, damit sie wieder Mut fassen konnten. In schweren Zeiten, nach Kriegen und im Leid sei Maria eine "Zufluchtsmutter" gewesen. Diese Statue sei eine liebevolle Darstellung, die Trost vermittle, sagte er. Sie sei ein Zeichen des Trostes und der Hoffnung.
Von Maria könnten die Menschen auch heute wertvolle Hilfe empfangen, erklärte der Bischof. Elisabeth habe Maria gepriesen, weil sie geglaubt hat, was ihr verkündet wurde. Es sei eine wichtige Botschaft in unserer Zeit, den Glauben zu bewahren und um den Glauben zu bitten, betonte Bischof Küng. Es bestehe die Sorge, dass Menschen heute zuwenig darauf achten, was wichtig im Leben sei, wichtiger als wirtschaftlicher Erfolg und Geld. Zu allen Zeiten gab es die Gefahr, dass das Böse, der Satan, "drauf und dran ist, Jesus aus den Herzen der Menschen zu reißen", wies der Bischof auf die Lesung des Tages aus der Offenbarung des Johannes hin.
Dennoch, so Bischof Küng, sei heute "etwas im Gange", das Mut mache. Er erinnerte an die positiven Zeichen, die es in jüngster Zeit gebe: die Ministrantenwallfahrt nach Rom mit über 40.000 Kindern, das internationale Familientreffen in Valencia oder der Weltjugendtag. Menschen haben Sehnsucht in ihren Herzen, sagte er. Man soll beten, dass dies auch Erfüllung finde. Dabei sei es wichtig, dass es geistliche Zentren wie Maria Dreieichen gebe. Der Bischof rief auch auf, für die Familien zu bitten. Es gebe nicht wenige Familien, denen es wieder ein Anliegen sei, auch unter den heutigen Verhältnissen Christlich zu leben.

Bei der anschließenden Fahrzeugsegnung auf dem Parkplatz neben der Basilika erklärte der Bischof, dass alle den Segen Gottes brauchen, vor allem auch die Verkehrsteilnehmer, damit sie mit Verantwortung und Rücksicht unterwegs sind und gleichsam unter dem Schutzmantel Marias stehen.