30 Jahre Betriebsseelsorge Unteres Traisental

"In uns brennt ein Feuer - wir sind zum Leben berufen", rief Betriebsseelsorger Mag. Josef Gaupmann die Anwesenden bei der 30-Jahr-Feier der Betriebsseelsorge Unteres Traisental am 10. September auf. In Seiner Ansprache beim ökumenischen Dankgottesdienst am Areal der Firma Benda-Lutz kritisierte er mit scharfen Worten die Auswirkungen des kapitalistischen Wirtschaftssystems. "Man will uns einreden, dass die Gesetze des Kapitalismus Naturgesetzte sind", sagte er. "Ich bin kein Kapitalist und ich bin kein Marxist, aber ich bin ein Jesusjünger. Ich weiß, dass die Marktgesetze keine Naturgesetze sind, sondern von Menschen gemacht wurden, darum können sie auch von Menschen wieder verändert werden", betonte er.


Nicht die Globalisierung sei an der derzeitigen Misere der Arbeitsbedingungen schuld, sondern Menschen. Gaupmann bedauerte, dass der Kapitalismus heute zur Ideologie und zum Totalitarismus geworden sei. "Man kann auch die Liebe globalisieren", meinte er und rief die Verantwortlichen auf, den Menschen, und nicht die Kapitalerträge als Ziel jeglichen wirtschaftlichen Handelns zu sehen.


Die evangelische Pfarrerin und Seniorin der Kremser Kirchengemeinde, Mag. Roswitha Petz sprach der Betriebsseelsorge ihren Dank für die engagierte Arbeit aus. Auch der Herzogenburger Propst Maximilian Fürnsinn lobte die Arbeit der Betriebsseelsorge in ihren vielfältigen Bereichen. Wirtschaft und Arbeit brauchen heute das Evangelium, wenn sie nicht unmenschlich werden sollen, betonte er. Die wichtigste Aufgabe sei, den Menschen wieder in den Mittelpunkt allen wirtschaftlichen Handelns zu stellen.


Das Fest der Betriebsseelsorge begann bereits am Vormittag auf dem Gelände der Firma Lutz in Traismauer-Franzhausen mit der Eröffnung der Ausstellung "Der Arbeitsplatz meiner Eltern", die von Kindern der Hauptschule Traismauer gestaltet wurde. Weiters waren Fotos, Holzskulpturen, Krippen und Airbrush-Malereien von Mitarbeitern der Firma Lutz zu sehen. Etwa 30 Biker, vornehmlich Mitarbeiter, nahmen an der Motorradshow mit anschließender Segnung der Fahrer mit ihren Maschinen durch Betriebsseelsorger Josef Gaupmann teil.