25 Jahre Emmaus St. Pölten

"Wir in der Politik können immer nur die Rahmenbedingungen schaffen", betonte Landesrätin Petra Bohuslav beim Herbstfest der Emmausgemeinschaft anlässlich der 25-Jahr-Feierlichkeiten in St. Pölten. Auch Landesrat Emil Schabl wollte die Unterstützung der Tätigkeiten der Gemeinschaft als "Umsetzung der gesellschaftspolitischen Verantwortung" verstanden wissen. Diözesanbischof Klaus Küng gratulierte zu den 25 Jahren. Alles was da entstanden sei, die Sorge um die Ärmsten der Armen, wäre letztlich Frucht einer Begegnung mit Gott. Die Gemeinschaft im Gebet möge das tragende Element bleiben, wünschte der Bischof. Der evangelische Superintendent Paul Weiland bezeichnete Emmaus als "Modell für echtes gelebtes Christentum": "Eine Mahnung, wenn wir im Alltag vielleicht manchmal vergessen, dass wirklich jedem Menschen die Würde als Geschöpf Gottes zukommt."

Vom jugendlichen Ausreißer, der keine Perspektive für seine Zukunft sieht, der suchtkranken Mutter in schier auswegloser Situation bis zum Delogierten, der der Verzweiflung nahe ist. Das Spektrum jener Menschen, die in den Einrichtungen der Emmausgemeinschaft St. Pölten Zuflucht finden ist breit. 1982 gründete der Sozialarbeiter und Theologe Karl Rottenschlager mit Unterstützung der Caritas ein Wohnheim für Obdachlose und ehemalig Haftentlassene. Mit dem Rückhalt einer Gebetsgemeinschaft und unzähligen Spenderinnen und Spendern entwickelte sich daraus eine sozial-caritative Initiative, die heute drei Wohnheime für Männer mit Notschlafstelle, ein Frauenwohnheim mit Notschlafstelle, eine Wohngruppe für junge Flüchtlinge und eine Jugendnotschlafstelle sowie fünf Betriebe für die Wiedereingliederung Arbeitsloser und arbeitstherapeutische Maßnahmen (Tischlerei, Kunstwerkstätte, Sanierungsbetrieb, Altwarenhandel und Bio-Gärtnerei) umfasst.

Geschäftsführer Karl Rottenschlager dankte in seiner Ansprache dem Freundes- und Förderkreis der Emmausgemeinschaft, mittlerweile 4.600 Personen, die konsequent geteilt und Emmaus im Laufe der Jahre 3,4 Mill. Euro anvertraut hätten. Durch diese Weggemeinschaft seien investive Maßnahmen für den Aufbau der Einrichtungen erst möglich geworden. Der laufende Betrieb wird durch Subventionen finanziert. Zu den Geldgebern zählen Land NÖ, AMS NÖ und AMS St. Pölten, Bundessozialamt für Behinderte, Bundesministerium für Justiz, Bundesministerium für Inneres (Zivildiener), Stadt St. Pölten, Caritas und Diözese St. Pölten.

Anlässlich 25 Jahre Emmaus veröffentlichte die Gemeinschaft dieser Tage den 180-seitigen Band "Orte der Hoffnung", ein Überblick zu den Einrichtungen der Gemeinschaft, mit vielen Abbildungen und zahlreichen Erzählungen, Geschichten des Aufbruchs und des Neubeginns, die das Emmaus-Anliegen verdeutlichen: Das "Brechen des Brotes" mit den Menschen am Rande unserer Gesellschaft - Weggemeinschaft mit Ausgegrenzten.
Walter Feninger, Karl Rottenschlager, Bernhard Herzberger: "Orte der Hoffnung - 25 Jahre Emmausgemeinschaft St. Pölten", Eigenverlag, Buch ISBN 978-3-9502410-0-6, 17 Euro, Broschur-Band ISBN 978-3-9502410-1-3.

Emmausgemeinschaft St. Pölten, Herzogenburger Straße 48, 3100 St. Pölten, Tel. 02742/31990-100, 0676/88 0 44 630 (Bernhard Herzberger) Homepage Emmaus