Seligsprechung von Pauline Marie Jaricot

St. Pölten, 23.5.2022 (dsp/mb) Am 22. Mai wurde Pauline Jaricot von Kardinal Luis Antonio Tagle und in Anwesenheit aller Missio Nationaldirektoren der Welt in Lyon seliggesprochen. Schwester Marcellina Nickl ist Referentin in der Missio-Direktion St. Pölten für die Päpstlichen Missionswerke in Österreich ist vom Leben und Wirken von Pauline Jaricot beeindruckt: "Als ich im Jahre 2016 meine Tätigkeit für Missio Österreich begann, hörte ich zum ersten Mal den Namen „Pauline Jaricot“. Ich wusste nicht, wie man ihn schreibt und wer sich dahinter verbirgt. Aber ich begann sofort, mich für diese Frau zu interessieren und ein Buch über sie zu lesen. Noch heute bin ich beeindruckt von ihrem Leben und ihrer tiefen Verbundenheit mit Jesus Christus."

Wer war Pauline Jaricot?
Pauline Jaricot wird am 22. Juli 1799 als Tochter eines reichen Seidenfabrikanten in Lyon geboren. Bis 1816 verläuft ihr Leben standesgemäß. Sie tanzt gerne und putzt sich heraus mit brilliantem Schuck kostbarsten Seidenstoffen. Aber mit 17 Jahren kommt die große Bekehrung. Die Predigt des Priesters Würtz über die Eitelkeit schlägt ein. Sie legt eine Lebensbeichte ab und ihr Leben verändert sich radikal. Pauline geht arm gekleidet auf die Straße, verkauft allen Schmuck und besucht die Kranken.

„Ich bin geschaffen, zu lieben und zu handeln“. Nach diesem Motto schafft sie 3 große Werke:
1. Sie möchte der Mission helfen. Dabei hat sie die geniale Idee, jeder soll wöchentlich einen Sou spenden und ein kurzes Gebet für die Mission sprechen. Und jeder im Verein soll neue Mitglieder werben. Die offizielle Gründung des „Werkes der Glaubensverbreitung“ ist am 3. Mai 1822. Daraus entstehen 1922 die Päpstlichen Missionswerke, abgekürzt Missio.
2. Pauline will den Rosenkranz fördern und hat die Idee des „Lebendigen Rosenkranzes“. Jeder betet ein Gesätzchen vom Rosenkranz. Bei ihrem Tod gibt es bereits 2,5 Millionen Beter. Pauline sagt von sich: „Ich war nur das Streichholz, welches das Feuer entzündete“.
3. Lange trägt Pauline den Wunsch im Herzen, den Arbeitern zu helfen, die damals lange Arbeitszeiten und geringe Löhne hatten. Aufgrund ihres ererbten Vermögens kauft sie 1845 ein Hüttenwerk, aber sie fällt dabei Betrügern in die Hände. Das Sozialwerk scheitert. Als Bettlerin Gottes zieht sie durch die Lande, um ihre Schulden bezahlen zu können. Sie ist völlig verarmt, wird verkannt und verleumdet. Dieses Kreuz trägt sie in großer Geduld und Liebe. Sie schreibt: „Meine Hoffnung ist Jesus. Mein einziger Schatz ist das Kreuz.“

Am 9. Jänner 1862 stirbt sie.

Bereits 1930 wird das Verfahren zur Seligsprechung eingeleitet. Am 26. Mai 2020 hat Papst Franziskus das Wunder der Heilung der dreijährigen Mayline auf Fürsprache von Pauline Jaricot anerkannt.

Am 22. Mai 2022 wurde Pauline Jaricot von Kardinal Luis Antonio Tagle und in Anwesenheit aller Missio Nationaldirektoren der Welt seliggesprochen. Auch Pater Karl Wallner (Österreich) und Pater Leopold Kropfreiter (Kasachstan) waren in Lyon dabei.