Olympia: Sportbischof Alois Schwarz würdigt Athleten

St. Pölten, 20.2.2022 (dsp/mb) Anerkennung, Glückwünsche und Lob für die österreichischen Olympia-Athletinnen und -Athleten kommt auch von kirchlicher Seite: So gratulierte der österreichische "Sportbischof" Alois Schwarz den Sportlern zu ihren "sportlichen Höchstleistungen" und zu ihrer geübten Fairness unter denkbar schwierigen Bedingungen. Es seien schließlich "keine Olympischen Spiele im herkömmlichen Sinn" gewesen; die Situation sei spürbar angespannt gewesen und den Sportlerinnen und Sportlern sei zugleich vieles abverlangt worden - "unter Coronabedingungen in einem kulturell oft so anders wirkenden Land, ohne Zuschauerinnen und Zuschauer, ohne Fanrunden, Familien, Freunde an den Start zu gehen", so Bischof Alois Schwarz zum Abschluss der Spiele.

Er habe die Olympischen Spiele mit Begeisterung mitverfolgt und hoffe nun auf würdige Empfänge und Feiern für die österreichischen Sportler nach ihrer Rückkehr. "Meine Hochachtung und meine Begeisterung gilt allen österreichischen Sportlerinnen und Sportlern, die bei den Olympischen Spielen in Peking teilgenommen habe: Ich denke hierbei an alle Plätze, die mit sportlichen Höchstleistungen errungen werden konnten, seien dies Medaillenplätze oder nicht." Sport stärke das Bewusstsein für die eigene Herkunft und trage eine "völkerverbindende Kraft" in sich, die ihn immer wieder tief bewege, so Schwarz.

Positiv auch die Bilanz von "Olympiakaplan" P. Johannes Paul Chavanne: Auch wenn es sich aufgrund der Zeitverschiebung oft als schwierig erwiesen habe, alles mitzuverfolgen, habe er doch immer wieder mit den Olympioniken mitfiebern können. Auch sei das spezielle Angebot einer seelsorglichen Online-Begleitung der österreichischen Sportler gut angenommen worden. Zwei Mal konnte er online via Zoom gemeinsam mit ihnen einen Gottesdienst feiern, zudem habe er täglich für die gesamte Delegation gebetet, berichtete Chavanne im Interview mit Kathpress.

Besonders gefreut habe er sich mit Matthias Mayer über Gold im Super-G, bekannte der Heiligenkreuzer Mönch, der selbst begeisterter Skifahrer ist. "Denn bei seinen ersten beiden Goldmedaillen bei Olympischen Spielen in Sotschi 2014 und in Pyeongchang 2018 war ich LIVE dabei und kenne ihn seit damals als sehr netten und zugänglichen Menschen, dem auch - wie er ja immer wieder selber betont, der Glaube viel bedeutet." Bei den Paralympics im März werde er jedenfalls wieder live vor Ort sein können, so Chavanne abschließend.

Eine gemischte Bilanz zog indes das Vorsitzteam der Diözesansportgemeinschaft Österreichs (DSGÖ), Sepp Eppensteiner und Pepi Frank. Auf der einen Seite habe der "Medaillenregen" nicht nur den Sportlern Genugtuung verschafft, sondern dem ganzen Land "viel Freude bereitet"; auch lobten Eppensteiner und Frank die "Bemühungen Chinas, den Olympioniken optimale Wettkampfbedingungen zu ermöglichen". Auf der anderen Seite jedoch seien es "Spiele in einer sterilen Blase" gewesen, die nicht das haben spürbar werden lassen, für das Olympia sonst stehe: "Völkerverständigung, Gemeinschaft, Begegnungen und Lebensfreude."

Dazu trage auch die staatliche Überwachung der Spiele und der Sportler - "ob gefühlt oder echt" - bei. Auch habe China keine Gelegenheit geboten, "die Lage der christlichen Minderheit, der Uiguren oder in Hongkong zu thematisieren", kritisierte die DSGÖ. So forderten Eppensteiner und Frank abschließend, dass die nächsten Olympischen Spiele "wieder unter dem ethischen Kriterium der Freiheit stattfinden" müssten. "Bezüglich Berichterstattung, freie Meinungsäußerung und Kritik am und im Austragungsland."