Not ist kein Kinderspiel

Start einer Spendenaktion für Kinder in Not in Osteuropa

St. Pölten, 1.2.2022 (dsp/mb) „Not ist kein Kinderspiel – aber leider traurige Realität in vielen Ländern der Welt. Die Pandemie ist hier bei uns schon schwierig, aber die Situation in Albanien und der Ostukraine ist für viele Kinder noch viel dramatischer“, mit diesen Worten startete Christoph Riedl, Pressesprecher der Caritas der Diözese St. Pölten, die Online-Pressekonferenz ihre Spendenaktion für Kinder in Not in Osteuropa. Am digitalen Podium lud Caritasdirektor Hannes Ziselsberger und Projektpartnerinnen und -partner aus Albanien und der Ukraine, die die aktuellen Nöte schilderten und wie Covid-19 diese weiter verschärft haben. Am 13. Februar finden in den Pfarren der Diözese St. Pölten die Osthilfe-Sammlung statt, die gesamte Aktion wird im Februar präsent sein.

Die Zukunft von Millionen Kindern weltweit ist durch Bürgerkriege, Wirtschaftskrise und die Corona-Pandemie noch unsicherer geworden. Durch die wirtschaftlichen Auswirkungen und das fehlende soziale Netz in vielen Ländern verschärft sich die Armut. Mit der Osthilfesammlung wollen Caritas und Diözese St. Pölten diesen Kindern eine Zukunftsperspektive ermöglichen.

Caritasdirektor Hannes Ziselsberger schilderte sichtlich betroffen: „Ich habe im vergangenen Jahr zweimal Albanien besucht und mir einen Eindruck gemacht. Ich habe gesehen, dass unsere Hilfe wirkt. Aber wir brauchen noch ein paar Jahre, bis wir uns dort zurückziehen können. Viele leben noch unter der Armutsgrenze. Die Auswirkungen dieser Not spüren vor allem die Kinder.“

Fatma Merdani, Leiterin des Caritas-Zentrums „Eden“ in Tirana war über Zoom zugeschaltet und schilderte die Probleme der Kinder in Tirana: „Kinder und Jugendliche leben hauptsächlich auf der Straße und sind vielen Gefahren ausgesetzt. Kinder die flüchten, werden – weil sie kein Bleiberecht haben – wieder zurückgeschickt.“ Und um die Bedürfnisse des Zentrums selbst schilderte sie, dass mobile Dienste in Tirana sehr wichtig wären – wie medizinische Unterstützung, bei der mobilen Küche und mobile Ausbildung für Kinder und Jugendliche.

Axel Isenbart zeigte sich betroffen über die Zustände in der Ostukraine, In den Kriegsgebieten der Ostukraine wird die soziale Lage der Bevölkerung durch Corona noch mehr erschwert. „Es ist erschreckend, dass Familien ihr gesamtes Geld für die Ernährung ausgeben. Es bleibt ihnen kein Geld, wenn etwas kaputt wird. Die aktuellen Kriegsdrohungen verschärfen diese Situation natürlich, die Menschen leben in ständiger Angst.“
Den Menschen fehlt es an Grundlegendem. Aus diesem Grund hat die Pfarre „Verkündigung des Herrn“ in Volnovakha nahe der Stadt Donezk (Donbass) seit Mitte Juli 2021 eine Sozialaktion „Mobiles Essen“ gestartet. Im Rahmen dieser Aktion beliefern die Pfarrmitglieder gemeinsam mit Caritasmitarbeiterinnen und –mitarbeitern dreimal pro Woche Seniorinnen und Senioren, Menschen mit Behinderung, Familien von Binnenflüchtlingen und vom Krieg betroffene Personen mit warmen Essen und Lebensmitteln. Mindestens 100 Frauen, Männer und Kinder werden auf diese Weise ganz konkret und unkompliziert unterstützt.
Die Osthilfe der Diözese St. Pölten möchte mit der Förderung dieses Projekts zeigen, dass auch in Zeiten der Pandemie das Leid im Osten nicht vergessen wird. Darüber hinaus erhalten Kinder und ihre Familien in Einrichtungen der Caritas und deren Partnerorganisationen Hilfe beim Lernen, werden mit Lebensmitteln und Medikamenten unterstützt sowie beraten und begleitet.

Unterstützung für Kinder in Krisenregionen

Der Krieg in der Ostukraine macht immer mehr Menschen zu Heimatlosen: 1,5 Millionen Menschen in der Ukraine gelten als "intern Vertriebene", also als Flüchtlinge im eigenen Land. Die Kinder und ihre Familien in der Ost-Ukraine leben gefährlich, denn die Ost-Ukraine ist heftig umkämpft: Seit mehr als Sieben Jahren dauert der bewaffnete Konflikt dort bereits an. Immer wieder gibt es Waffenstillstände, die aber nicht lange eingehalten werden. 
Mehr als 400.000 ukrainische Mädchen und Burschen gehen an vorderster Front zur Schule. Ihre Schulgebäude stehen direkt in der Schusslinie. Die anhaltenden Kämpfe hinterlassen Spuren in den Seelen der Kinder.

Mit der Osthilfesammlung 2022 werden Projekte unterstützt, die Kindern in Europa Unterstützung und eine Chance auf einen Neuanfang geben.

Seit mehr als 30 Jahren wurden mit den Spenden aus der Osthilfesammlung zahlreiche pastorale Aufbau- und Hilfsprojekte Projekte in den ehemaligen Ostblockländern unterstützt. Doch es ist noch viel zu tun: Kriege und die Pandemie sowie die damit einhergehende Not, Arbeitslosigkeit und fehlende Zukunftsperspektiven prägen das Leben von vielen Familien in Ländern wie der Ukraine oder Albanien. Die Auswirkungen der Not haben oft die Kinder zu tragen, deren Leben und Perspektiven dadurch stark eingeschränkt sind.