Live-Gottesdienst aus der Pfarrkirche Biberbach

St. Pölten, 1.4.2022 (dsp/mb) Am 5. Fastensonntag, dem 3. April 2022 überträgt ORFIII die Hl. Messe aus der Pfarrkirche Biberbach. Mit der Gemeinde feiert Pater Florian Ehebruster den Gottesdienst, der musikalisch vom Kirchenchor der Pfarre Biberbach unter der Leitung von Helmut Schmidt geleitet wird. An der Orgel ist Manfred Wagner. Die Übertragung läuft im Regionalradio und gleichzeitig auf ORFIII, wo im Auftrag der Diözese St. Pölten die Hl. Messe live übertragen wird.

Die Geschichte von Pfarre und Gemeinde

Im Zusammenhang mit der Übergabe der Mutterpfarre Aschbach durch Bischof Ulrich von Passau an das Stift Seitenstetten bei der im Jahre 1116 erfolgten Weihe der Stiftskirche wird Biberbach erstmals urkundlich genannt. 1312 war Biberbach bereits Pfarre. Nach den Zerstörungen des Türkeneinfalls im Jahre 1529 wurde es jedoch bis 1757 vom Stift aus administriert. Seither ist es wieder eine dem Stifte inkorporierte selbständige Pfarre mit einem ortsansässigen Pfarrer. Wie andere Orte hatte Biberbach unter Seuchen und Franzoseneinfällen zu leiden. Eine Katastrophe bedeutete der Türkeneinfall 1529, bei dem die Kirche und das Dorf angezündet wurden.

Wann Biberbach besiedelt wurde, ist schwer zu sagen. Bedenkt man aber, dass 933 das nahe Gleiß erstmals genannt wird, wobei ausdrücklich vom Beginn der Rodung die Rede ist, und dass damals in Gleiß der Grundstein für die späteren Besitzungen der sächsischen Grafen von Seeburg gelegt wurde, zu denen auch mindestens zehn Bauernhöfe Biberbachs gehörten, so wird man als Beginn der Besiedlung Biberbachs die Zeit um das Jahr 1000 annehmen dürften. In den Besitzverzeichnissen von Seitenstetten, dem damals schon der Hauptteil von Biberbach unterstand, und von Freising, dem der Südteil gehörte, finden sich um diese Zeit bereits die meisten Hof- und Weilernamen von Biberbach.

Zu den ältesten Häusern (womöglich schon vor 1100 entstanden) dürften Dieming, Kansering, Kiking und Dumdachting gehören. 1151 werden Ilbungespach (Ilmesbach) und 1185 Velebarn (Felbing), Tiefenweg, Schergindorf (Scherndorf), Bauschten (Baumgarten) und Bims (Bimsbauer) genannt.

Bis 1848 waren die Biberbacher Häuser auf 28 Grundherrschaften aufgeteilt.

In der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts wurde das neue Schulgebäude errichtet (1866), die Kirche renoviert und die Raiffeisenkasse gegründet (1896). Vor 1900 entstand aus einer Zehentmühle der Herrschaft Gleiß eine Handpappenfabrik. Die Papierfabrik Oismühle, die sich daraus entwickelte, erzeugte Seidenpapier.

Der 1981 entstandene Geflügelhof Latschenberger hat sich inzwischen zu einem sehr leistungsfähigen Eierproduktionsbetrieb entfaltet. Die seit 1990 bestehende Firma Pro Ovo ist mit ihrer vollautomatisierten Eierverarbeitung der größte und modernste Betrieb dieser Art in Osterreich. Das 1979 verliehene Gemeindewappen ist abgeleitet aus dem Siegelwappen des mittelalterlichen Kleinadelsgeschlechtes der Dieminger.