Ehevorbereitung – mehr Begleitung für Paare

St. Pölten, 7.4.2022 (dsp/mb) Die Österreichische Bischofskonferenz hat einen neuen Leitfaden für kirchliche Ehevorbereitung veröffentlicht, der heiratswillige Paare noch mehr als bisher in den Blick der Seelsorge in den Gemeinden rücken lässt. Das Dokument wurde in einem knapp vier Jahre dauernden Prozess von einer interdiözesanen Arbeitsgruppe entwickelt und wurde bereits im Rahmen der letztjährigen Sommervollversammlung der Bischöfe approbiert. Nun ist der Leitfaden in der Schriftenreihe "Die Österreichischen Bischöfe" erschienen. Mit dem nun vorliegenden Konzept wurde ein österreichweiter Standard etabliert, der künftig den unterschiedlichen diözesanen Modellen für die Ehevorbereitung zugrunde liegt.

Das neue Konzept sieht einen Mix aus bewährten Elementen wie den bestehenden Ehevorbereitungskursen und der verstärkten Einbindung der Pfarren und persönlicher Begleiter bzw. begleitender Paare vor Ort vor, wie es in der Einleitung des Leitfadens heißt. "Die Vorbereitung auf die Trauung darf sich keinesfalls in der raschen Erledigung einiger kirchlicher Vorgaben erschöpfen. Sie ist im besten Fall ein längeres miteinander Unterwegs-Sein, das mit einem gastfreundlichen Willkommen für das konkrete Paar beginnt und über das Hochzeitsfest hinausreicht", schreibt Ehe- und Familienbischof Hermann Glettler in der Einleitung.

Ein wesentlicher Akzent des neuen Konzepts bestehe darin, Einzelpersonen oder Paare zu finden, die für das Brautpaar eine persönliche Begleitung anbieten. "Damit sollte in ungezwungener Weise einerseits ein Hineinwachsen in das Verständnis von Ehe als christliche Berufung und Sakrament der Kirche unterstützt werden und andererseits die Beziehung des Paares zur Kirche und deren Gemeinschaft auf Dauer verfestigt werden. ", so Stefan Pruckner, Referent für Ehevorbereitung und Beziehungspflege der Diözese St. Pölten. „Vor allem soll so vermittelt werden, "dass es in der auf Dauer angelegten Lebens- und Weggemeinschaft von Frau und Mann um mehr geht als nur um einen 'Brautsegen'."

Ausgangspunkt für das neue Konzept war das päpstliche Schreiben "Amoris Laetitia", in dem Papst Franziskus u.a. den hohen Stellenwert einer fundierten Ehevorbereitung hervorgehoben hat. An der Ausarbeitung des neuen Konzepts mitgewirkt haben der Leiter des Instituts für Ehe und Familie, Johannes Reinprecht, der Generalsekretär des Österreichischen Pastoralinstitutes, Walter Krieger, die Leiterin des Familienreferates der Diözese Graz-Seckau, Katrin Windischbacher, der Leiter der Abteilung Familie und Lebensbegleitung der Diözese Innsbruck, Alfred Natterer, sowie Robert Schmalzbauer von der "Initiative Christliche Familie".