Diözesane Umweltpreise verliehen

Umweltpreis der KA

St. Pölten, 11.1.2022 (dsp/mb) Der diözesane Umweltpreis wurde heute verliehen - nicht in gewohntem Rahmen und mit viel Publikum, sondern digital. Der Schwerpunkt des Umweltpreises lag 2021 auf "Natur im Pfarrgarten und am Friedhof". Die Katholische Aktion freute sich über zahlreiche Einreichungen zum Schwerpunkt, sowie zu den Themen kirchliche Gebäude, Naturerlebnisse, Liturgie, Pfarrfeste und Müllvermeidung. Der Umweltpreis ist eine Kooperation der Katholischen Aktion (KA) der Diözese St. Pölten, der Evangelischen Kirche Niederösterreichs und der Erzdiözese Wien. Das Land Niederösterreich unterstützt die Preise mit je 1.000 €.

KA Präsident Armin Haiderer konnte zahlreiche Pfarren und Ehrengäste bei der digital abgehaltenen Preisverleihung begrüßen. 

Bischof Alois Schwarz betonte: „Mein großer Dank gilt den vielseitigen Bemühungen um die Verantwortung für unsere Welt. Ich bin besonders dankbar, dass mit dem Diözesanen Umweltpreis Schöpfung groß gesehen wird und über den reinen Naturschutz hinausreicht: Schöpfungsverantwortung ist gemeinsame Sorge um die Menschen, um soziale Beziehungen, um das Leben in seiner Gesamtheit, um Bewahren und Ermöglichen. Ich freue mich über die Teilnahme und das Mitmachen und bin überzeugt, dass dies ein Zeichen und eine Vertiefung der Sensibilität für unsere Schöpfung ist.“

Die Vertreterin der Evangelischen Kirche Gisela Malekpour erläuterte, das in der evangelischen Diözese das Jahr 2022 im Zeichen der Bewahrung der Schöpfung steht. „Zielsetzung ist die Umstellung auf Ökostrom sowie alternative Energieformen bis 2030, die Erreichung der Klimaneutralität der Kirche bis 2040.“ 

LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf: „Niederösterreich tut, was ein Land tun kann. Im Klima- und Energiefahrplan haben wir uns wichtige Ziele gesetzt.“ Bis 2030 soll der CO2-Ausstoß um 36 Prozent verringert sowie der Strom aus Windkraft verdoppelt und aus Sonnenkraft verzehnfacht in Niederösterreich werden. Pernkopf verwies zudem auf das erfolgreiche Projekt „Energie-Spar-Pfarre“, in dem 370 Beratungen durchgeführt und 340 Energiespar-Projekte in Pfarren mit Landes-Unterstützung umgesetzt worden seien. Die Schöpfungsverantwortung tragen wir in allen Bereichen des täglichen Lebens.“

Preisträger des Umweltpreises 2021

In der Diözese St. Pölten:

Pfarre Abstetten – Pfarrgarten wie im Paradies: 

Die Pfarre Abstetten im Tullnerfeld ist wirklich alt. Sie wurde bereits 987 erstmals urkundlich erwähnt. Das denkmalgeschützte Pfarrhaus ist 300 Jahre alt und wurde 2018 innen revitalisiert, zwei Jahre nachdem Pfarrer Dublanski die Pfarre übernommen hat. 2019 wurde die Heizung für das Pfarrhaus, das Pfarrheim und die Kirche von Schweröl auf Pellets umgestellt. Die Beleuchtung in der Kirche wurde auf LED umgestellt. Das ehemals landwirtschaftlich genutzte Nebengebäude, der „Schüttkasten“, wurde vor einigen Jahren zu einem geselligen Pfarrheim umgebaut. 
Der Pfarrgarten weist eine tausendjährige Geschichte auf. Seit 2016 wird er in einer neuen schöpfungsfreundlichen Weise gestaltet und belebt. Mit großer Liebe zur Natur und Schöpfung. Es entstand ein Paradies. Ein Paradies für die Besucher und auch für die Tiere.
In Stichworten: Nachhaltige Blütengewächse und bienenfreundliche Blumen, Blühwiese, hundertjährige Bäume und Sträucher, in denen Vögel nisten, Gemüse und Kräuterbeete.
Der Pfarrgarten bereichert die Gemeinschaft der gesamten Bevölkerung. Aus besonderen Anlässen werden sogar Messen im Garten gefeiert und sobald das Wetter es zulässt finden die Agapen im Grünen statt, wo Menschen in der Natur miteinander und zu unserem Schöpfer in Beziehung treten. Die Agapen und Pfarrfeste werden natürlich auch nachhaltig gestaltet. 
Vorbereitungsstunden für Erstkommunion und Firmung, sowie Spiele und Sommerlager finden im Freien statt. Der Pfarrgarten, so schön wie im Paradies.

Pfarre Kirchberg an der Pielach – natürlich die Minis (Ministranten): 

In der Pfarre Kirchberg an der Pielach wird bereits seit vielen Jahren auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz wert gelegt. Der Pfarrgarten wird ökologisch gepflegt, hier finden wir auch eine sogenannte „wilde Ecke“ in der alle Beikräuter Platz finden und nach Lust und Laune gedeihen können. Bienenfreundliche Stauden und Sträucher sorgen für ein ansprechendes Erscheinungsbild und versorgen unsere kleinen Freunde mit ausreichend Futter. Pfarrliche Veranstaltungen wie Kräuterwanderungen und -weihen, Marterl Wanderungen mit Andachten, sowie Vorträge über Umweltthemen gehören seit Jahren zum pfarrlichen Angebot. 

In diesem Jahr wurde erstmalig ein großes „Ministrantenfest“ veranstaltet, da es im letzten Jahr und auch heuer auf Grund der Corona Pandemie keinen Ausflug gibt. Hier wurde einiges überlegt, was die Jury überzeugt hat: In kleinen Gruppen bestiegen die Kinder den Kirchenturm und entdecken dabei die Habitate von unzähligen Fledermäusen.
Eine Gruppe baute ein Schwalbenhotel. Mit vereinten Kräften wird das neue Zuhause für die Zugvögel im Pfarrhofgarten fachmännisch montiert.
Eine andere Gruppe erkundet die Umgebung der Kirche und des Pfarrhofes nach unscheinbaren Schätzen. Gemeinsam wurden mit den jungen Botanikern essbare Blüten und Wiesenkräuter gesammelt, die dann zu einem Aufstrich für die Abschlussjause verarbeitet wurden.
Wer so viel schafft, ist auch hungrig. Zum Abschluss wurde Stockbrot am offenen Feuer gegrillt und der selbstgemachte Aufstrich verspeist. Zu trinken gab’s hausgemachte Sirupe wie Holunder, Dirndl, Blütenzauber etc. mit Wasser.
So wird Glaube und Naturschutz in Kirchberg in die Wiege gelegt. 

Pfarre Mödring – Ökologie am Friedhof: 

Für die jetzt zu Ende gehende Pfarrgemeinderatsperiode wurden grobe Ziele der definiert: Ein nachhaltiges, umweltfreundliches und ökologisches Arbeiten für die Mödringer Bevölkerung stand ganz oben auf der Agenda. Die Pfarre Mödring hat nicht nur Pläne gemacht, sondern auch viel umgesetzt.
Die Höhepunkte der letzten zwei Jahre sind eine neue Friedhofsordnung, in der ökologische Aspekte eine wichtige Rolle einnehmen. Es gibt das Angebot von wieder befüllbaren Kerzen aus Glas, wodurch der Restmüll am Friedhof deutlich reduziert wird. Es wird auf sauberen Biomüll geachtet und selber kompostiert. Der Kompost wird im Pfarrgarten genutzt, das ist echte Kreislaufwirtschaft.
Die Unkrautvernichtung erfolgt rein mechanisch. Damit die Bevölkerung über diese Maßnahmen erfährt wurde ein Informationsschreiben verschickt und Hinweisschilder am Friedhof angebracht.
Zusätzlich wurde Nützlings Hotels am Friedhof gebaut und eine Blühwiese angelegt. 

In der Evangelischen Diözese NÖ

Ökumenische Projekte in Waidhofen an der Ybbs – heute für morgen:

In Waidhofen befindet sich ein ökumenischer Hotspot, nicht nur was Schöpfung und Ökologie anbelangt. 2020 stand „Bäume pflanzen“ im Vordergrund, 2021 waren es „Blühwiesen“. Als Beitrag zur Natur-im-Garten Aktivität des Landes Niederösterreichs gab es den „Blühwiesensonntag“. Der Samen wurde bereits im Herbst 2020 an die Gläubigen der Gemeinden verteilt, damit alle auf eine Blühwiese oder in einen Blumentrog säen konnten. 
Mit Kindern wurde im Rahmen des KinderUNIversums ein Insektenhotel gebaut und ein Podcast „Kultur4kids“ erstellt. 
Gemeinsame Veranstaltungen und Vorträge zum „Nachhaltigen Leben“, „Klimaschutz – Vortrag von Prof. Helga Kromp-Kolb, Plastik sparen, Fairer Handel u.v.m.“ gehören zu diesem Programm. 
In ökumenischer Gemeinschaft wird in der Schöpfungszeit einen „Schöpfungsgottesdienst“ gefeiert, in dem das Projektthema für das folgende Jahr bekannt gegeben wird. So können sich unsere Gemeindemitglieder darauf einstimmen und nachdenken, wie sie mitmachen können.