Die zweite Phase des synodalen Prozesses beginnt

St. Pölten, 7.1.2022 (dsp/mb) Mit dem Fest „Taufe des Herrn“ am 9. Jänner 2022 beginnt die zweite Phase "Teilhabe" des synodalen Prozesses in der Diözese St. Pölten. Diese Phase dauert bis zur Osternacht.

Was ist Teilhabe?

Teilhabe ist der mittlere der drei zentralen Begriffe, die Papst Franziskus uns für den Synodalen Prozess mitgegeben hat. In der Diözese St. Pölten beschäftigen sich viele Menschen seit Taufe des Herrn bis zur Osternacht ganz intensiv damit. Was meint also Teilhabe?

Teilhabe (lat. Participatio) ist ein Begriff, der ganz viel mit „Gemeinschaft leben“ zu tun hat: Ich bin Teil eines größeren Ganzen. Ich habe Teil an einer Gemeinschaft, an der Kirche. Ich trage meinen Teil bei, indem ich meine Berufung in der Gemeinschaft lebe.

Manchmal wird Teilhabe missverstanden, z.B. als das Kuchenstück, dass ich aus der Torte nehme und für mich habe (esse). Genau am Kuchenstück sieht man jedoch, dass die Gemeinschaft in diesem Verständnis nicht erhalten bleibt, wenn ich meinen Teil herausnehme.​

Der heilige Paulus hat deswegen ein ganz anderes Bild für Teilhabe genannt, das Bild des Leibes Christi (z.B. 1 Kor 12): Das Auge, der Finger, der große Zeh sind Teile eines Leibes. Keines dieser Glieder kann für sich alleine leben, auch können sie nicht auf einander verzichten. Teilhabe meint also, dass jeder Teil des Leibes seine Teilhabe nur als Teil des Leibes verwirklichen kann. Wenn uns nun Jesus Christus seinen Leib in der Eucharistie auf einzigartige Art und Weise schenkt, lässt sich vielleicht erahnen, wie tief wir Teilhabe erfahren und leben dürfen. Dazu sagt der Hl. Paulus: „Ein Brot ist es. Darum sind wir viele ein Leib; denn wir alle haben teil an dem einen Brot“ (1 Kor 10,17).

Ein paar der vielfältigen Möglichkeiten, sich in den Synodalen Prozess in der Diözese St. Pölten einzubringen und Teilhabe zu leben, sind in der Grafik oben abgebildet. Ganz herzlich wollen wir Sie einladen, bei der diözesanweiten und gleichzeitig persönlichen Tauferneuerung in der Osternacht 2022 mitzumachen.

Verschiedene Möglichkeiten gibt es, sich an dieser Phase zu beteiligen:

  • Aktivität in der Gebetswoche für die Einheit der Christen (18. bis 25. Jänner 2022)
  • Gemeinsame Vorbereitung auf die Tauferneuerung in der Osternacht (mit Begleitheft für die Fastenzeit)
  • Präsenz- und Onlineaktivitäten zum Thema Teilhabe
  • Präsynodalversammlungen in den Dekanaten: „Was würde Jesus in einer Woche in unserem Dekanat machen?“
  • PGR-Wahl als konkreter Ausdruck der Partizipation

Die Ökumenische Dimension des synodalen Prozesses

Der Vatikan ermuntert die Ortskirchen dazu, im synodalen Prozess auch Partner aus anderen christlichen Kirchen mit einzubeziehen: Sowohl die Synodalität als auch das Miteinander der Kirchen seien „Prozesse des gemeinsamen Vorangehens“, und gerade im Bereich der Synodalität lasse sich viel von anderen Kirchen lernen.

Alle Termine und Anregungen

für ökumenisches Beten und Handeln finden Sie hier: https://www.aufsendung.at/oekumene