Berufsausbildung: Chance für Jugendliche in Sri Lanka

Fastenaktion 2022 der Diözese St. Pölten

St. Pölten, 10.3.2022 (dsp/mb) Die Salesianer Don Boscos versuchen mit Schulen und Berufsausbildungszentren neue Chancen auf ein gelingendes Leben für Jugendliche in Sri Lanka zu eröffnen. Der Norden Sri Lankas leidet immer noch an den Folgen des 25jährigen Bürgerkriegs, der 2009 beendet wurde. Armut und Arbeitslosigkeit prägen das Land. Straßen, öffentlicher Verkehr, Stromleitungen, die Wasserversorgung, Schulen, Gesundheitsdienste: Die Infrastruktur ist noch nicht wiederaufgebaut. Das macht das Leben schwierig. Viele Menschen leben nach wie vor in Flüchtlingscamps, wo sie unter schwierigsten Bedingungen ihren Alltag meistern müssen. Auch fehlt es als Folge des Bürgerkriegs an Schulen und Lehrpersonal. Das hat zur Folge, dass heute weniger Menschen lesen und schreiben können als vor dem Krieg. Die Alphabetisierungsrate ist gesunken und liegt heute bei 80%, vor dem Krieg waren es 99%.

In den letzten zehn Jahren hat sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt besonders für Frauen verschlechtert. Obwohl viele Frauen verwitwet sind und ihre Kinder versorgen müssen, haben viele keine Ausbildung. Mädchen bekommen seltener die Gelegenheit, eine qualifizierte Ausbildung zu machen und haben damit auch auf dem Arbeitsmarkt weniger Chancen auf gute Jobs. Frauen werden zudem bei gleichwertiger Arbeit schlechter bezahlt als ihre männlichen Kollegen. Seit 2010 ist der Anteil von arbeitenden Frauen von 41% auf 36% gesunken.

Berufsschule

Die Fastenaktion unterstützt Mädchen, die eine Berufsschule der Salesianer Don Boscos in Nachchikuda besuchen, durch Stipendien. Bevorzugt werden Mädchen aufgenommen, die aus armen, marginalisierten Familien stammen, Waisen oder Halbwaisen sind. Die Schule unterrichtet Jugendliche aus allen Bevölkerungsschichten, unabhängig von Kaste, Religion, Hautfarbe, politischem oder ethnischem Hintergrund. Eine Grundüberzeugung der Salesianer Don Boscos in Sri Lanka ist, dass Bildung und gemeinsames Lernen dazu beitragen, gegenseitigen Respekt zu entwickeln. Nur so kann Versöhnung stattfinden und ein dauerhafter Friede aufgebaut werden.

Die Berufsschule bietet mehrere Sparten zur Auswahl an, die sowohl Burschen als auch Mädchen offenstehen. Die Jugendlichen können zwischen den Sparten Bäcker, Bürolehre, Schneiderei, Elektronik und Schlosser wählen. Ein Grundsatz der Schule ist es, die Jugendlichen individuell zu fördern und ihre Stärken zu entwickeln. Neben der beruflichen Ausbildung in Theorie und Praxis wird großer Wert auf die Persönlichkeitsentwicklung und die Vermittlung von Soft skills gelegt. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung werden die Jugendlichen bei der Arbeitssuche unterstützt.

Die Mädchen wohnen in einem Internat, da die Schulwege zu weit und zu unsicher sind, um täglich zurückgelegt zu werden. Hier wohnen und lernen sie gemeinsam und verbringen ihre Freizeit in einem anregenden und sicheren Umfeld.

Ausbildungskosten (Schulgeld, Schulmaterialien, Kleidung, Internat): € 50,- pro Monat

Jahresbericht 2020

Der erste Corona-Lockdown im März 2020 hat die Fastenaktion mitten in der Hauptsammelzeit des Jahres getroffen. Umso erfreulicher war das Ergebnis: Von den 422 Pfarren der Diözese St. Pölten haben sich 401 Pfarren an der Fastenaktion beteiligt. Die Direkteinzahlungen auf das Spendenkonto sind gegenüber den Vorjahren gestiegen.

Der Vorrang bei den Projektfinanzierungen galt der Aufrechterhaltung der bestehenden Projekte. Dazu kamen jedoch immer wieder Fragen um Finanzierungen von Covid 19--Hilfsprogrammen, die viele unserer PartnerInnen durchgeführt haben. So konnten wir 2020 Beiträge in Peru und Indien leisten.

Herzlichen Dank an alle Spenderinnen und Spender, die unsere Arbeit möglich machen! Herzlichen Dank an alle, die in den Pfarren die Fastenaktion mittragen!