„Wenn Alter einsam macht“

Notker Wolf und Elisabeth Pilz

St. Pölten, 12.11.2021 (dsp/mb) Die österreichische Arbeitsgemeinschaft „Altenpastoral“ hielt in dieser Woche ein Symposium zum Thema „Wenn Alter einsam macht“ im Bildungshaus St. Hippolyt in St. Pölten ab. Bei der Hybridveranstaltung - vierzig Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus allen Bundesländern nahmen über Stream am Symposium teil und rund 50 Teilnehmer konnten präsent im Hippolytsaal dabei sein – fesselten Altabt Notker Wolf OSB und die Diakonin der evangelischen Kirche Elisabeth Pilz mit ihren Vorträgen. Gruppengespräche und Diskussionen rundeten das Programm ab.

„Mit zunehmenden Alter werden die körperlichen Gebrechen häufiger, Freunde sterben, Besuche werden weniger. Man beginnt sich zu verkriechen und es besteht die echte Gefahr zu vereinsamen. Alter ist aber nicht nur Schicksal, sondern bedarf auch einer Vorbereitung durch unser ganzes Leben. Altern muss man lernen – wenn man alt ist, dann ist es zu spät! Es bedarf einer gewissen Vorbereitung: das Ja zur Veränderung unseres Körpers, unseres Geistes. Letztlich geht es um Eigenverantwortung – dann brauchen wir nicht vereinsamen.“, so Altabt Notker Wolf OSB. Der als Erzabt die Abteil St. Ottilien leitete und bis 2016 Abtprimas der Benediktiner für Benediktiner auf der ganzen Welt verantwortlich war.

Elisabeth Pilz ist evangelische Alten- und Pflegeheimseelsorgerin in der Steiermark und Diakoniebeauftragte der evangelischen Kirche Steiermark: „Ich erlebe immer wieder, dass Vorsorge für das Altwerden auf die lange Bank geschoben wird. Wenn mir jemand erzählt, er habe Angst, selbst zu vereinsamen, in Abhängigkeit zu geraten, dann frage ich ihn, was er aktiv unternimmt, damit das nicht eintritt. Und da erlebe ich, dass Menschen oft zu wenig Aktion an den Tag legen. „Es wird schon irgendwie gehen…“, meinen sie dann. Es kann sein, dass es irgendwie geht, aber es kann auch sein, dass es irgendwann zu spät ist, sich vor zu bereiten, zu organisieren, Freundschaften auf zu bauen, diese zu pflegen, Vorsorge für viele Möglichkeiten der Veränderungen und auch Belastungen im Alter zu treffen.“