Tagung der Kompetenzstelle Trauer

Horn, St. Pölten, 7.10.2021 (dsp/mb) „Der schwere Verlust verdunkelte den Raum zwar noch immer, aber im flackernden Licht der Kerze wurde er zu etwas Gemeinsamen und war deshalb leichter zu ertragen.“ Dieser Satz fasst zusammen, was Trauerbegleitung leisten kann: Sie ist wie der wärmende Schein einer Kerze in der Dunkelheit und sie ermöglicht Menschen, mit ihrer Trauer nicht allein zu bleiben. So kann Trauer gelebt und gestaltet und damit zu der Kraft werden, die hilft, den Abschied von einem lieben Menschen gut zu verarbeiten.

Ein Text von Petra Hillebrand, aus dem obiger Satz stammt, bildete den roten Faden eines Studientags der Kompetenzstelle Trauer im Campus Horn unter dem Titel: „Trauernde trösten – Tote begraben – Begegnen und Begleiten zwischen Sterben und Begräbnis“. Über 60 Gestalter*innen von Betstunden, Begräbnisleiter*innen, Pastoralassistent*innen, Priester sowie Trauerbegleiter*innen aus der PfarrCaritas und dem Caritas-Hospizdienst kamen zusammen, um sie für ihre wichtige Tätigkeit zu stärken. Zwei Referentinnen und fünf Workshopleiter*innen sorgten für anregende Impulse und Austausch.

Veronika Prüller-Jagenteufel, geistliche Assistentin der Caritas St.Pölten, brachte die theologische Grundlage christlicher Trauerbegleitung in Erinnerung: der Glaube an die Auferstehung und die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod, auf das Aufgenommen-werden in die Seligkeit bei Gott und in der Gemeinschaft all derer, die schon vorausgegangen sind. In der Begleitung komme es darauf an, diese Hoffnung stellvertretend für die Trauernden einzubringen – was auch ohne Worte geschehen könne: „Entscheidend sind die eigene Haltung und die Bereitschaft, im richtigen Augenblick auch von der eigenen Hoffnung zu erzählen“, meinte die Referentin. Daher sei es wichtig zu reflektieren: „Was kann ich ehrlich sagen auf die Frage, was uns erwartet?“ Die christlichen Antworten könnten dabei so etwas wie ein Mantel sein, der den Trauernden angeboten wird und den sie sich vielleicht auch nur für eine Zeit ausborgen dürfen. „Bei Betstunden, Begräbnis und Begleitgesprächen kommt die entscheidende Bedeutung der Gemeinschaft zum Ausdruck, die den Verlust mitträgt, die Trauer aushält und stellvertretend ins Gebet bringt“, fasst Veronika Prüller-Jagenteufel zusammen und ermutigte dazu, in der Glaubensgemeinschaft der Pfarrgemeinden so miteinander umzugehen, dass Trauer ohne Scham gezeigt und gemeinsam gelebt werden kann.

Die Bestatterin Frau Elisa Liebhart konnte als Vertreterin der Bestattungsinnung sehr anschaulich die rechtlichen und praktischen Möglichkeiten rund um die Abholung eines Leichnams und beim Begräbnis aufzeigen. Besonders die neue Form der Bestattung in einem Friedwald stieß dabei auf lebhaftes Interesse. Immer öfter würde sie auch lange vor dem Lebensende kontaktiert, weil Menschen ihr Begräbnis im Vorhinein planen wollen, meinte die Referentin. Gerade dann sei besonderes Fingerspitzengefühl gefordert: „Ich bin immer sowohl der verstorbenen Person verpflichtet als auch den Angehörigen. Ich achte auf die Würde der Verstorbenen und versuche, den Trauernden durch gute Gestaltung und kompetentes Vorgehen Sicherheit zu geben.“ Frau Liebhart beeindruckte durch ihre hohe Achtsamkeit für alle Beteiligten: Für sie sei ihre Arbeit nicht nur Beruf, sondern Berufung, meinte die 30jährige Bestatterin in zweiter Generation.

Fünf Workshops gaben die Gelegenheit, konkrete Praxiserfahrungen auszutauschen: PAss Eva Spreitzer berichtete über Verabschiedungsrituale im Krankenhaus, P. Josef Schachinger über solche für den Abschied aus dem Haus oder der Wohnung, Diakon Karl Mayerhofer-Sebera gab Einblick in seine Erfahrungen in der konkreten Trauerbegleitung, PAss. Christine Hinterleitner gab Beispiele für gelungene Gestaltung von Betstunden; PAss. Sabine Latzenhofer solche für den besonderen Fall eines ganz plötzlichen Todes. Alle Referenten*innen des Tages waren aus der Region – eine schöne Bestätigung für die Qualität der pastoralen Arbeit, die hier geleistet wird.

In einer Abschlussliturgie wurden alle Themen gebündelt, im Gebet vor Gott gebracht und für Verstorbene und Trauernde sowie deren Begleiter*innen gebetet. Jede*r Teilnehmer*in bekam eine kleine Kerze als Symbol für die Aufgabe der Trauerbegleitung: Licht zu bringen durch das Teilen der Trauer.