Romero-Preisträger 2021 stehen fest – sie kommen aus der Diözese St. Pölten

Fotos: P. Milo mit KMB-Diözesanobmann Ing. Karl Toifl und P. Bernhard (Foto: KMB) und Arbeit an einem Projekt in Brasilien

St. Pölten, 25.8.2021 (dsp/mb) Der Romero-Preis ist ein Menschenrechtspreis, der seit 1980 von der Katholischen Männerbewegung verliehen wird. Ausgezeichnet werden Personen, die sich in besonderer Weise für Gerechtigkeit, Menschenrechte und Entwicklung in Entwicklungsländern einsetzen. 2021 wird der Preis an Bernhard-Michel Schelpe O.Praem und Milo Ambros O.Praem vom Kloster Sao Norberto de Itinga – eine selbständige Kanonie des Prämonstratenserorden -  verliehen. Beide wirkten jahrzehntelang mit diözesaner Unterstützung in Brasilien in pastoralen, sozialen und schulischen Schwerpunktprojekten. Die Preisverleihung wird am 19. November 2021 im Waldviertel stattfinden.

1991 besuchte Bernhard-Michel Schelpe seine Cousine Lisbet, die als belgische Ordensschwester in einer Riesenpfarre in Salvador da Bahina Dienst tat. Dort bemerkte er, dass an der gegenüberliegenden Seite des Atlantik ein noch viel größerer Priestermangel herrschte als im niederösterreichischen Waldviertel. Als er nach Hause kam, ersuchte er seinen Abt um die Sendung nach Brasilien, die er 1992 erhielt. 1994 folgte ihm sein Mitbruder Milo Ambros nach. Zuvor waren die beiden in den verschiedensten Pfarren im Waldviertel tätig. Sie übten auch im Stift Geras verschiedene Funktionen aus. Bernhard-Michel Schelpe war auch einige Jahre diözesaner Ministrantenseelsorger.

Aufbau von Strukturen

In Brasilien wurden mit Feuereifer die Infrastruktur ca. 30 comunidades, was etwa 30 österreichischen Pfarren entspricht, geschaffen. Jedes Jahr entstand mit Spenden aus der Heimat eine neue Kirche oder Kapelle oder ein neues Pfarrheim. 1998 wurde ein vom Stift Geras abhängiges Priorat des Prämonstratenserordens in Itinga errichtet, das ein Noviziat und eine philosophische Hauslehranstalt erhielt. 2009 wurde es als selbständiges Kloster (Kanonie) des Ordens anerkannt. 2006 wurden die ersten drei Priester geweiht.

Soziale Schwerpunkte

In sozialer Hinsicht wurden verschiedene Aktionen ins Leben gerufen. Mit einem „Lebensmittelgrundkorb“ erhielten die ärmsten Familien monatlich die notwendigsten Grundnahrungsmittel. Diese Familien müssen als Gegenleistung einmal im Monat zu einem Vortrag (über Hygiene, Essenszubereitung, Glaubensinhalte, etc.) erscheinen. Die „große Suppe“ ist eine Ausspeisung, die aus unverkäuflicher Ware auf dem Lebensmittelgroßmarkt zubereitet wird. Es gab Alphabetisierungskurse für Erwachsene, damit diese auch zu einem Arbeitsplatz kommen konnten. Eine Kindergarteneinrichtung für alleinerziehende Mütter wurde errichtet, um diesen Erwerbsarbeit zu ermöglichen.

Vor einigen Jahren kamen beide nach Österreich zurück und widmen sich damit wieder der Seelsorge im Waldviertel. Für ihr segensreiches Wirken wird ihnen am 19. November 2021 der Romero-Preis der Katholischen Männerbewegung verliehen.