PRO & KONTRA: Soll Bargeld abgeschafft werden?

Pro & Kontra Bargeld

Die Katholische Aktion (KA) der Diözese St. Pölten hat in Kooperation mit der NÖN ein wöchentliches Diskussionsformat entwickelt, um gesellschaftliche und soziale Themen von verschiedenen Standpunkten aus zu beleuchten. Diese Woche zum Thema: Soll Bargeld abgeschafft werden? 90 Prozent schätzen es als anonymes, freies Zahlungsmittel. Es kostet zuviel, sagen Kritiker.

PRO: Markus Feistl, Country Manager DACH des Krypto-Händlers BitPanda

Bargeld ist in unserem digitalen Zeitalter überholt und unnötig. Bereits vor der Pandemie war die Zukunft des Bargelds im Gespräch. Nun hat die Krise sowohl das Verbraucherverhalten nachweislich verändert als auch die Digitalisierung schneller vorangetrieben. Um Kontakte zu reduzieren, wurde die Kundschaft vermehrt zu Kartenzahlungen ermuntert, und siehe da: kein Problem.

KONTRA: Franz Kirnbauer, Obmann der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer NÖ 

Der Abschaffung von Bargeld muss ich ein klares Nein entgegenwerfen. Ware gegen Geld ist die ureigenste Form der Geschäftsabwicklung: praktikabel, sicher, nachvollziehbar. Bei einer Umfrage unter den NÖ Betrieben sprachen sich 95 Prozent klar gegen ein von der EU angestrebtes Limit bei Bargeldzahlungen aus. Bargeld ist das beliebteste Zahlungsmittel in Österreich.

Laut Europäischer Zentralbank (EZB) liegt der Bargeldanteil mit 79 Prozent (bezogen auf die Anzahl der Transaktionen) deutlich über dem Euroraum-Durchschnitt. Deshalb sollten wir alle Möglichkeiten offenhalten, mündige Bürger können selbst entscheiden, ob sie mit Bargeld zahlen wollen oder Kartenzahlung bevorzugen.