Peter und Paul - Welche Bedeutung hat dieser Tag in unserer Diözese?

Peter und Paul

St. Pölten, 29.6.2021 (dsp/mb) Traditionell wird am 29. Juni das Hochfest Peter und Paul im Dom zu St. Pölten gefeiert – meist verbunden mit Priester- oder Diakonweihen. Heuer werden an diesem Tag die Priesterjubiläen gefeiert, die wegen der Corona-Beschränkungen bei der Crisammesse nicht gefeiert werden konnten.

Was feiert man zu „Peter und Paul“

Das Fest Peter und Paul wird jährlich am 29. Juni begangen. Es ist ein christlicher Feiertag zu Ehren der Apostel Simon Petrus und Paulus von Tarsus, die viele der ersten christlichen Gemeinden gründeten und prägten. Dass das Hochfest an diesem Tag stattfindet, liegt an der Politik des römischen Kaisers Valerian: Dieser hatte im Zuge der Christenverfolgungen im Römischen Reich im Jahr 257 nach Christus angeordnet, die Verehrung der Apostel Petrus und Paulus an deren Gräbern zu unterbinden. Die Reliquien wurden daraufhin wohl am 29. Juni in die Sebastians-Katakombe verbracht, wo sie im Geheimen weiter verehrt wurden. Die älteste Feier des Festes wird auf 354 n.C. datiert, im 6. Jahrhundert wurde das Apostelfest in einer Vorform des heutigen Festes aus Konstantinopel übernommen.

In den orthodoxen und römisch-katholischen Kirchen wird dieses Fest ebenso gefeiert wie in den koptischen, armenischen, anglikanischen und protestantischen Kirchen. Gesetzlicher Feiertag ist dieser Tag aber nur mehr in manchen Regionen.

Brauchtum

Gefeiert wird das Peter-und-Pauls-Fest überwiegend in katholischen Gegenden wie Österreich und Bayern. Hier werden traditionell, ähnlich wie das bekannte Johannisfeuer, die Peterlfeuer (Peter-und-Paul-Feuer) entzündet. Ist dieses niedergebrannt, beginnt das Feuerspringen. Der Überlieferung nach hat man dann einen Wunsch frei.

Wie auch zu anderen kirchlichen Festen existieren rund um Peter und Paul viele Bauernregeln, die die Bedeutung des Festes im Jahr der Landwirte zeigen. Da ab dem späten Juni die Ernte vieler Früchte und Getreide ansteht, verweisen die Regeln auf die Wichtigkeit guten Wetters.

„Regnet's an Peter und Paul, wird des Winzers Ernte faul."

„Ist es schön an Peter und Paul, füllt's uns die Taschen und das Maul.“

„Peter und Paul hell und klar, bringt ein gutes Jahr."

„War es an Peter und Paul klar, dann hoffe auf ein gutes Jahr-“

Peter und Paul als Schutzpatron

Petrus ist einer der wichtigsten katholischen Heiligen und Schutzpatron der Päpste sowie der Städte Rom, Trier, Regensburg, Worms, Bremen und Posen. Er ist Schutzheiliger der Metzger, Glaser, Schreiner, Schlosser, Schmied, Gießer, Uhrmacher, Töpfer, Maurer, Ziegelbrenner, Steinhauer, Netzweber, Tuchweber, Walker, Fischer, Fischhändler und Schiffer. Weltweit sind zahlreiche Kirchen nach ihm benannt. Die wohl bekannteste Kirche ist der Petersdom im Vatikan.

Auch Paulus wird von allen christlichen Konfessionen als Verkünder der Lehre Jesu angesehen und geachtet. Er entwickelte jedoch einige eigene Lehrmeinungen (Paulinische Lehre), die vor allem vom Protestantismus angenommen wurden. Paulus ist Schutzpatron der Theologen und Seelsorger, Weber, Zeltwirker, Korbmacher, Seiler, Sattler und Arbeiterinnen. Zahlreiche Paulskirchen sind ihm geweiht oder nach ihm benannt.

Geschichte

Petrus, Fischer aus Galiläa, war der Erste, der von Jesus zum Jünger berufen wurde. In den Apostelverzeichnissen wird er stets als Erster genannt, was seinen Führungsanspruch unter den Jüngern hervorhebt. Paulus war ein gebildeter Pharisäer, der in seiner Jugend zum Toralehrer ausgebildet wurde. Neben seiner Ausbildung lernte er auch das Handwerk des Zeltmachers. Als Pharisäer verfolgte er die ersten Christen, bis ihm auf einer Reise nach Damaskus die Stimme Jesu fragte, warum er ihn verfolge. In Damaskus angekommen, ließ Paulus sich daraufhin taufen und wurde zum Jünger Jesu berufen.

Beide, Petrus und Paulus, wurden als Christenbefürworter verhaftet und erlitten das gleiche Schicksal. Der Überlieferung nach wurden sie verurteilt und angeblich an einem 29. Juni unter der Herrschaft von Kaiser Nero hingerichtet. Andere Quellen berichten, dass an diesem Tag die Gebeine von Petrus und Paulus aus den Gräbern in Rom geborgen wurden. Der christliche Feiertag Peter und Paul lässt sich bis in das Frühchristentum der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts zurückverfolgen. Die erstmalige Erwähnung des katholischen Hochfestes Peter und Paul findet sich um 354 im römischen Kalender.