Mesner: nicht nur ein Beruf, sondern auch Berufung

Eine Aufgabe des Mesners / der Mesnerin: Die Vorbereitungen zur Liturgie

St. Pölten, 30.8.2021 (dsp/mb) Die Mesner: sie sind Bindeglied zwischen Pfarrer und den Gläubigen. Und sie sind Kirchendiener mit weltlichen Aufgaben, fast wie ein Hausmeister. Für viele ist dieser Beruf, meist im Ehrenamt, eine Berufung. In den 422 Pfarren der Diözese St. Pölten arbeiten im Mesnerdienst mehr als 700 Personen. Der nächste Mesnerkurs, den wir Anfang 2022 abhalten wird, ist bereits ausgebucht.

Von Bewerbern erwarten die Pfarren eine abgeschlossene Berufsausbildung – wenn möglich in einem Handwerk – sowie die Bereitschaft, an Sonn- und Feiertagen zu arbeiten. Der Mesnerdienst wird meist ehrenamtlich ausgeübt. Waren die Kirchendiener in der Vergangenheit mehrheitlich Männer, haben die Frauen mittlerweile stark aufgeholt und stellen schon fast die Hälfte.

Der Dienst des Mesners steht in besonderer Beziehung zum Altar, von dort erhält er seine Aufgabe, hohe Würde und Bedeutung. Als Laie nimmt der Mesner, die Mesnerin am Sendungsauftrag der Kirche teil. Eine starke und lebendige Beziehung zu Jesus Christus und seiner Kirche ist wesentlicher Bestandteil für eine gute Ausübung dieses Dienstes. Der Mesnerdienst hängt unmittelbar mit den religiösen Feiern (Liturgie) der Kirche zusammen.

Die Geschichte des Mesnerdienstes

Bereits im Alten Testament werden neben den Priestern Personengruppen wie die Leviten er wähnt, die im Tempel besondere Dienste zu verrichten hatten. Die frühen Christen der Urkirche trafen sich zu ihren Gottesdiensten anfänglich in Privathäusern. Mit dem Beginn von Kirchenbauten entstanden auch die ersten Dienste, die sich im heutigen Mesnerdienst wiederfinden.

Im frühen Christentum übernahmen Diakone neben ihren karitativen Aufgaben auch das Amt, im Gottesdienst für die kirchliche Ordnung zu sorgen. Sie öffneten und schlossen die Pforten der Kirche (Ostiarier), bereiteten den Gottesdienst vor, unter wiesen die Katechumenen und stimmten die Psalmgesänge an. Zur Aufgabe eines Ostiariers zählte später auch das Läuten der Glocken. Die Weihe zum Ostiarier gehörte früher zu den sogenannten niederen Weihen, den Vorstufen zur Priesterweihe, was dazu führte, dass der Mesnerdienst lange Zeit nur von Männern übernommen wurde. Im Laufe der Zeit kamen weitere Aufgaben hinzu, die sich zum eigenständigen Mesnerdienst entwickelten.

Umfangreiches Tätigkeitsfeld

Der Mesnerdienst ist von seinem umfangreichen Tätigkeitsfeld her eines der vielseitigsten Dienstämter der Kirche.
Das konkrete Aufgabengebiet variiert allerdings sehr stark von Pfarre zu Pfarre:

Dienst an der Liturgie: Vor¬ und Nachbereitung bei Gottesdiensten, Sakramentenspendungen, Prozessionen, Wallfahrten; Aufbauten und Dekorationen zu besonderen liturgischen Anlässen.

Dienst am Gottesdienstraum und dessen Einrichtung: Kirche und deren Nebenräume (Seitenkapellen, Krypta, Sakristei, Turm, Dachböden, …) Öffnen und Schließen, Instandhaltung, Blumenschmuck.

Liturgisches Inventar: Sachgerechte Handhabung, werterhaltende Pflege und Lagerung von kirchlichen Textilien (Paramente), Geräten, Büchern und Einrichtungsgegenständen.

Technisches Inventar: Fachlich richtige Handhabung, Pflege und Wartung von Uhren¬ und Läuteanlage, Beleuchtung, Beschallung, Heizung, Sanitäranlagen,…

Außenanlagen: Pflege der Grünanlagen, ggf. Friedhof, Vorplätze und Verkehrswege

Pastoraler- und administrativer Dienst: Je nach örtlichen Verhältnissen und den persönlichen Fähigkeiten bietet sich eine Kombination mit anderen kirchlichen Diensten an wie z.B. Pfarrsekretär/in, Verwaltung und Hausmeisterdienst für andere pfarrliche Gebäude. Anleitung und Begleitung der Ministranten/innen, kompetente Ansprechperson für Kirchenbesucher, Kirchenführungen, Aufgaben im Pfarrbüro. Nach Absprache mit dem Pfarrer können auch Aufgaben in der Liturgie (z.B. Lektor/in, Kommunionhelfer/in, Leitung von Wortgottesfeiern) übertragen werden.