Liturgiestudientag zum Thema „Schöpfung“

St. Pölten, 9.11.2021 (dsp/mb) Vergangenes Wochenende fand im Bildungshaus St. Hippolyt in St. Pölten der 19. Liturgiestudientag für Kinder-, Jugend- und Familiengottesdienste zum Thema Schöpfung statt.

An der traditionell von der Kirchlichen pädagogischen Hochschule Wien/Krems und einem Team von diözesanen Einrichtungen - Katholische Jungschar, Katholische Jugend, Fachstelle Beziehung-Ehe-Familie und Fachstelle Liturgie - ausgetragenen Veranstaltung nahmen knapp 100 interessierte Personen teil. In den Pausen durfte ausgiebig an den Büchertischen der Buchhandlung Herder-Zach und des Behelfsdienstes der Diözese St. Pölten gestöbert werden.

In ihrem Vortrag „Die Bibel – ein schöpferisches Buch“ legte die Referentin Elisabeth Birnbaum, seit 2017 Direktorin des Österreichischen Katholischen Bibelwerkes, verschiedene Zugänge zur Bibel dar. Da sich die heutige Lebenswelt von der Welt der Bibel stark unterscheidet, besteht die Möglichkeit, „dass wir die Bibel besuchen und ihr Zuhause kennenlernen. Oder die Bibel kommt zu uns und lernt unsere Welt kennen oder wir treffen uns in der Mitte“, so Birnbaum anschaulich.

Die Bibel gibt keine eindeutigen Antworten und muss daher immer wieder ausgelegt werden. Als prominentes Beispiel nannte Birnbaum die beiden Schöpfungsberichte aus dem Buch Genesis, mit denen unsere Bibel beginnt, die sich nicht in Übereinstimmung bringen lassen.

Wir können die Schrift in verschiedenen Situationen unterschiedlich lesen. „Beim Lesen am Krankenbett werden Sie nicht den wissenschaftlichen Zugang wählen, sondern die Bibel eher existenziell verstehen“, gibt Elisabeth Birnbaum zu bedenken. Wir dürfen und sollen auch mit der Bibel diskutieren. Wenn wir die Schrifttexte verkosten, sie langsam lesen, sie vor allem auch laut lesen, erschließen sich uns mitunter neue Dimensionen.

Weihbischof Anton Leichtfried dankte als „Bibelbischof“ – er ist in der Bischofskonferenz für Bibel und Liturgie zuständig – in seinem Grußwort Elisabeth Birnbaum für das große Engagement, die Bibel verstärkt ins Bewusstsein der Menschen zu rücken.

Am Nachmittag konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in zahlreichen Workshops spannende und kreative Methoden kennenlernen, z.B. Bibelszenen mit Lego darstellen, Gebetstänze zur Bibel ausprobieren oder biblische Lieder erarbeiten.