Landesverdienstmedaille für Archivleiter Thomas Aigner

St. Pölten, 16.11.2021 (dsp/kb) Im Rahmen des 11. Niederösterreichischen Archivtages wurde dem langjährigen Leiter des Diözesanarchivs, Thomas Aigner, die Landesmedaille für Verdienste um das niederösterreichische Archivwesen überreicht. Im Festakt hob der zuständige Landesrat Dr. Ludwig Schleritzko Archive als „Gedächtnisse von Institutionen“ hervor und betonte die Errungenschaften, das große Engagement in der Community und die innovative und kreative Kraft Aigners.

In seiner Laudatio betonte der ehemalige Kanzler der Diözese St. Pölten, Gottfried Auer, die wissenschaftlichen Schwerpunkte des Preisträgers und hob insbesondere die Rolle hervor, die Thomas Aigner bereits früh und als Vorreiter in der Auseinandersetzung mit der Digitalisierung einnahm, die ihn in ganz Europa zu einem frühen und führenden Projektinitiator und -Partner machte. „Thomas Aigner hat damit das Diözesanarchiv zu einem Kompetenzzentrum für die Digitalisierung kirchlichen Archivwesens gemacht“, so Altkanzler Auer in seiner Ansprache. In den letzten 2 Jahrzehnten verbesserte er die räumliche und Depotsituation im Archiv, das damit benutzerfreundlich für Interessierte und Mitarbeitende gleichermaßen in großer Offenheit nutzbar ist. Mit Projekten wie „Matricula“, „Monasteria“, „Time Machine“ und der federführenden Mitarbeit im europäischen Netzwerk „Icarus“ vernetzte Thomas Aigner nicht nur auf wissenschaftlicher, sondern auch im besonderen Maße auf persönlicher Ebene. Besonders hervorgehoben wurden zudem das jahrzehntelange Engagement in seiner Heimatpfarre Kleinmariazell sowie die verbindliche und menschlich herausragende Persönlichkeit Thomas Aigners.

Thomas Aigner bedankte sich bei allen Verantwortungsträgern der Diözese St. Pölten für das Ermöglichen seines Wirkens, das große Vertrauen, das mit seiner Bestellung als junger Wissenschaftler in ihn gesetzt wurde und die Förderung eines zeitgemäßen Archivwesens. Die optimale Zusammenarbeit zwischen Landesarchiv und Diözesanarchiv zeige auch die Tatsache, dass viele Mitarbeitende des Landesarchivs ihr Handwerk im Diözesanarchiv erlernen konnten. „Diesen Preis sehe ich als Anerkennung für uns alle, für alle meine Kolleginnen und Kollegen der letzten 25 Jahre sowie für die Diözese für die Rahmenbedingungen als guter und vertrauensvoller Dienstgeber“, so ein sichtlich bewegter Aigner in seinen Dankworten.

Das Diözesanarchiv St. Pölten

Das Diözesanarchiv ist die zentrale Stelle der Diözese, die für die dauernde Aufbewahrung und laufende Bereitstellung des Schriftgutes der diözesanen Verwaltung in analoger und digitaler Form zuständig ist.

Zählt man seine Vorgängereinrichtungen, das Passauer Offizialat (1357-1785) und die Wiener Neustädter Bistumskanzlei (1469-1784), dazu, dann blickt es auf eine jahrhundertelange Erfahrung und Tradition als Drehscheibe der Informationsvermittlung innerhalb der kirchlichen Verwaltung zurück.

Im Laufe der Zeit ist es immer wieder gelungen, diese Aufgabe den jeweiligen Anforderungen anzupassen; zuerst 1960 durch die völlige Neueinrichtung und -organisation, zuletzt seit ca. 2000 durch umfangreiche Digitalisierungskampagnen und Teilnahme an internationalen Projekten.

Das Diözesanarchiv St. Pölten ist im Rahmen des Bischöflichen Ordinariats für das in den diözesanen Zentralstellen produzierte Schriftgut sowie als Ansprechpartner für die Beratung und die Betreuung aller diözesanen Einrichtungen in Fragen des Archiv- und Bibliothekswesens zuständig.

Das Archiv erfüllt archivpflegerische, verwaltungstechnische und historisch-wissenschaftliche Aufgaben.