Krankenseelsorge und Corona „Wenig Licht am Ende des Tunnels“

Christiane Schalk ist Referentin für Krankenseelsorge der Diözese St. Pölten

St. Pölten, 11.2.2021 (dsp/mb) Anlässlich des Welttages der Kranken führten wir ein Gespräch mit Christiane Schalk, Referentin für Krankenseelsorge der Diözese St. Pölten.

Nach einem Jahr der Corona-Epidemie, dem 3. Lockdown - was bewegt und beschäftigt die Krankenseelsorge ganz besonders?

Ganz besonders ist die Sorge um die kranken Menschen, die keinen Besuch erhalten dürfen und ihre Angehörigen, mit all den Auswirkungen von Einsamkeit bis zur Verschlechterung von Demenz, sei natürlich ein sehr großes Thema, betont Christiane Schalk. Aber auch die Sorge um pflegebedürftige Menschen, die vor dem Virus geschützt werden müssen. Der Virus ist für sie lebensgefährlich, aber dennoch haben sie ein Recht auf menschenwürdiges Leben. Und dazu gehört natürlich auch der Kontakt zu den Kindern, Angehörigen, Enkeln und Urenkeln.

„Ich sorge mich aber auch um all die Ehrenamtlichen, die ihren wertvollen Dienst schon fast ein Jahr lang nicht ausüben können, weil sie ebenso wie Praktikanten die Einrichtungen nicht betreten dürfen“, so Schalk, die aber auch dankbar für das Personal in den Krankenhäusern und Seniorenwohnheimen ist, das alles tut, um Kranke, Pflegebedürftige und Sterbende gut zu begleiten: Schwestern und Pfleger, die in Kontakt bleiben, die mit den Patienten und Bewohnern beten und fallweise sogar Sterbesegen spenden – das gesamte Personal von der Raumpflege bis zu den Ärzten, die seit März ihre Gesundheit für uns alle riskieren und jede Arbeit, wie anstrengend sie auch immer ist, stundenlang mit Masken und Schutzkleidung verrichten.

Sorge aber auch Dankbarkeit

Christiane Schalk weiter: „Ich bin aber auch dankbar für die hauptamtlichen Kollegen und Kolleginnen, die weit über das Normale hinaus erreichbar sind und alles in ihrer Macht Stehende tun, um Menschen seelsorglich zu begleiten – und auch für die, die die schmerzvolle Erfahrung machen, ihre Einrichtungen nicht betreten zu dürfen. Und auch große Dankbarkeit für alle Priester, die trotz Sorge um die eigene Gesundheit die Sakramente spenden – manchmal auch in Schutzkleidung und mit Handschuhen.“

Der Blick in die Zukunft - Wenig Licht am Ende des Tunnels

Aber was ist uns in dieser Zeit besonders wichtig - das wollten wir abschließend von Christiane Schalk wissen: „Vertrauen auf einen Gott, dessen letztes Wort nicht der Tod ist und die Gewissheit, dass die Pandemie zu Ende gehen wird – die Hoffnung auf Ostern und ganz besonders 2021.“